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Festnahmen nach Drohnen-Alarm in Gatwick – Rückkehr zum Normalbetrieb

Drohnen stürzen den Londoner Großflughafen Gatwick ins Chaos. Nach der Festnahme zweier Verdächtiger soll nun endlich der Normalbetrieb zurückkehren.

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Festnahmen nach Drohnen-Alarm in Gatwick - Rückkehr zum Normalbetrieb

(Bild: pixabay.com)

Nach der Festnahme zweier Verdächtiger soll der tagelang durch umherfliegende Drohnen lahmgelegte Londoner Großflughafen Gatwick wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. "Unsere Start- und Landebahn ist offen und wir streben für Samstag einen vollständigen Planbetrieb an", hieß es am Morgen auf der Webseite des Flughafens. Wenige Stunden zuvor hatten die Ermittlungen zu den gezielten Drohnen-Störaktionen zur Festnahme zweier Verdächtiger geführt.

Wegen der rund 40 Drohnensichtungen sind seit Mittwochnacht etwa 1000 Flüge ausgefallen oder umgeleitet worden. Das bestätigte ein Flughafensprecher am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Betroffen von dem schweren Vorfall kurz vor Weihnachten – mitten in der Hauptreisezeit – waren demnach circa 140.000 Passagiere. Gatwick ist Europas siebtgrößter Flughafen und die Nummer zwei in Großbritannien nach London-Heathrow.

Laut Polizei wurden "erhebliche Kräfte mobilisiert", um die Drohnen und die Verantwortlichen hinter den Störaktionen ausfindig zu machen. Doch gingen die Störmanöver trotz eines Großeinsatzes mit Hubschrauber, Scharfschützen und Spezialgerät der Armee zunächst weiter.

Zwar konnte am Freitagmorgen der Flugbetrieb nach 36-stündigem Stillstand wieder aufgenommen werden, abends wurde aber erneut eine Drohne entdeckt. Wieder wurde das Flugfeld gesperrt – diesmal nur für etwas mehr als eine Stunde. Danach gab es einige Starts und Landungen, allerdings noch keinen wirklich normalen Flugbetrieb.

Die Ermittlungen der Behörden wegen "krimineller Nutzung von Drohnen" führten schließlich zu zwei Festnahmen am Freitagabend kurz nach 22 Uhr Ortszeit (23 Uhr MEZ), wie die zuständige Polizei in der Grafschaft Sussex mitteilte. Es handele sich um einen Mann und eine Frau, die "in der Gegend von Gatwick" gefasst worden seien, berichtete die britische Nachrichtenagentur Press Association unter Berufung auf die Polizei. Nähere Informationen zum Ablauf des Einsatzes gab es zunächst nicht.

"Alle Spuren der Ermittlung werden weiter verfolgt, bis wir sicher sind, dass wir weitere Bedrohungen für die Sicherheit der Passagiere entschärft haben", hieß es in der Polizei-Mitteilung. Man bemühe sich nach wie vor darum, etwaige weitere Drohnen über dem Flughafengelände zu orten und unschädlich zu machen. Augenzeugen und andere Hinweisgeber sollten sich direkt an die Polizei wenden.

Am Morgen folgte dann die Entwarnung seitens des Flughafens. Im Laufe des Samstags sollte der Airport wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. "Die Passagiere müssen aber immer noch mit Verspätungen und Flugausfällen rechnen", sagte der Sprecher. Geplant seien am Samstag 757 Flüge mit mehr als 124.000 Passagieren. Reisende sollten mit ihren jeweiligen Airlines den Flugstatus abklären, bevor sie sich auf den Weg nach Gatwick machen. Sicherheit habe nach wie vor "oberste Priorität".

Von einem terroristischen Hintergrund waren die Behörden bislang nicht ausgegangen. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass eine ausländische Regierung ihre Finger im Spiel habe, sagte ein Polizeisprecher am Freitag vor Bekanntgabe der Festnahmen. Nicht ausschließen wollten die Ermittler zu diesem Zeitpunkt, dass es sich um radikale Umweltschützer handeln könnte.

Airport-Geschäftsführer Stewart Wingate sprach von einer "präzise geplanten Aktivität, die darauf ausgelegt wurde, den Flughafen lahmzulegen und maximale Behinderungen in der Vorweihnachtszeit zu bringen". Für Luftfahrtbranche und Behörden sei dies ein Warnschuss. "Es kann nicht sein, dass Drohnen einen essenziellen Teil unserer nationalen Infrastruktur auf diese Art lahmlegen", erklärte Wingate. "Das ist offenkundig eine relativ neue Technik, und wir müssen gemeinsam über richtige Lösungen nachdenken um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal passieren kann."

[Update] 22.12.2018 12:31 Uhr: Korrektur im Text.
"40 umherfliegende Drohnen" wurde korrigiert: "40 Drohnensichtungen".

[Update] 23.12.2018 12:15 Uhr:

Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 47-jährigen Mann und eine 54-jährige Frau. Sie stammen beide aus der Stadt Crawley, die nur etwa acht Kilometer von dem Airport entfernt liegt.

"Unsere Ermittlungen gehen weiter", sagte Kommissar James Collins von der Polizei der Grafschaft Sussex. Über das mögliche Motiv der Verdächtigen äußerten sich die Ermittler noch nicht. Wer Hinweise liefern könne, sollte sich direkt an die Polizei wenden, hieß es.

Bei den Festgenommenen handelt es sich nach einem Bericht des Telegraph um ein Ehepaar. Der 47-Jährige sei Fenstermonteur und begeistert von Drohnen und ferngesteuerten Hubschraubern. Sein Arbeitgeber widersprach aber dem Bericht: Der Mann habe während der Störaktionen gearbeitet und sei absolut zuverlässig. Nachbarn beschrieben ihn als hart arbeitenden, zweifachen Vater.

[Update] 23.12.2018 13:00 Uhr:
Die beiden verhafteten Personen sind wieder freigelassen worden, sie stehen nicht mehr unter Verdacht.

London Heathrow 2016: Drohne prallt auf landendes Flugzeug - euronews

(bme)