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Festplatten im Hochwasser

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Die Gesamtschäden durch die Hochwasserkatatstrophe werden nur langsam sichtbar -- Wasserschäden an Datenträgern gehören etwa zu den existenzbedrohenden Ereignissen für manche Firmen. Aber nur weil Platten oder Bänder im schlammigen Elbewasser lagen, sind die Daten darauf nicht umwiederbringlich verloren -- professionelle Datenrettungsunternehmen können meist den Totalverlust verhindern. Beim Eintüten der Datenträger sollte man allerdings ein paar Regeln befolgen, um nicht alles noch viel schlimmer zu machen.

Am wichtigsten ist es, die Festplatte oder das Band möglichst schnell und unverändert zu verschicken. Versuche, den Schaden selbst zu reparieren, führen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu irreparablen Schäden. Durch das kleine Druckausgleichsloch in Festplatten eingedrungenes Wasser hinterlässt beim Trocknen Rückstände auf den Magnetscheiben. Das führt beim Einschalten unweigerlich zum Headcrash, aber auch sonst zu Mehraufwand bei der Reinigung. Die Datenretter sind sich einig, dass die Platte ungereinigt einzusenden sei, empfehlen im Detail aber unterschiedliche Maßnahmen.

OnTrack hält bei Festplatten, die stark verunreinigtem Wasser ausgesetzt waren, ein Bad in destilliertem Wasser für sinnvoll. Das ist jedoch nur zu empfehlen, wenn man genau weiß, dass Wasser in den Innenraum eingedrungen ist. Gut 20 Prozent aller Hochwasser-Platten sind nämlich nur äußerlich geschädigt, innen aber ganz trocken, sagte Ibas-Sprecherin Kerstin Fechner gegenüber heise online. In diesem Fall vergrößert sich der Schaden durch ein Vollbad. Aber auch Ibas hält es für das Beste, die Platten nicht nur luftdicht verpackt einzusenden, sondern auch möglichst Lufteinschlüsse in der Verpackung zu vermeiden, weil der Luftsauerstoff bei nassen Platten die Korrosion fördert. Convar und VogoN dagegen wollen die Platten nur möglichst schnell und im Originalzustand haben, in Antistatik-Tüten verpackt. Weiter gehende Maßnahmen hielten die dortigen Datenretter für unnötig, sagte ein Mitarbeiter gegenüber heise online.

Hält man sich an diese Tipps und sorgt noch dafür, dass das Laufwerk so wenig Erschütterungen wie möglich ausgesetzt ist, besteht eine gute Chance, die Daten zurückzubekommen. Daten von Bändern herunterzukratzen ist übrigens deutlich aufwendiger, weil das Band abgerollt und Stück für Stück gereinigt werden muss, was die Datenrettung verteuert. Alle großen Datenrettungsunternehmen bieten aber Sonderkonditionen für Hochwasser-Opfer, Ibas und Convar führen die Analyse statt für 260 beziehungsweise 150 Euro kostenlos durch und gewähren auf die eigentliche Wiederherstellung 20 Prozent und 25 Prozent Rabatt. OnTrack gibt 20 Prozent, Vogon 25 Prozent Rabatt auf Analyse und Datenrettung. (lab)

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