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Festplatten mit Kontodaten auf eBay verscherbelt

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Der britische IT-Berater Andrew Chapman hat über eBay Festplatten erstanden, auf der sensible Informationen von mehr als einer Million Bankkunden abgespeichert sind. Die britische Tageszeitung Daily Mail berichtet, Chapman habe die Festplatten für 35,88 Pfund (45 Euro) von einem früheren Mitarbeiter des Datenverarbeitungsdienstleisters Graphic Data gekauft. Das Unternehmen digitalisiert beispielsweise im Auftrag von Banken papierne Dokumente und speichert sie.

Auf den Festplatten, die in einem SNAP-NAS enhalten waren, sollen sich unverschlüsselte Daten von Kunden von American Express, NatWest und der Royal Bank of Scotland befinden. Sie enthielten Namen, Adressen, Handy-Nummern, Konto- und Kreditkartennummern sowie Unterschriften. Der Server wurde früher im Graphic-Data-Datenlager in Shoeburyness in Essex verwendet. Der Verkäufer hatte es verpasst, die darauf enthaltenen Daten zu löschen, bevor er sie über das Online-Auktionshaus eBay anbot.

Chapman hat laut dem Bericht sofort nach der Entdeckung der Daten auf den Festplatten die Behörden informiert. Das für den Datenschutz in Großbritannien zuständige Information Commissioner's Office hat bereits eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Graphic Data hat laut dem Bericht mitgeteilt, aus einem geschützten Bereich des Unternehmens sei IT-Ausrüstung entwendet worden, die "offenbar" Kundendaten enthielten.

Durch diese und andere Meldungen könnte der Eindruck entstehen, der Datenschutz werde in Großbritannien lax gehandhabt. Vor Kurzem wurde bekannt, dass britische Behörden Datenträger mit Informationen über gefährliche Straftäter vermissen. Zuvor gingen dem britischen Gesundheitsministerium Daten von hunderttausenden Patienten verloren, rutschten 25 Millionen Datensätze über Kindergeldempfänger durch ein Datenleck. Auch die Privatsphäre von britischen Führerscheinanwärtern scheint nicht sicher. (anw)

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