Festplatten werden knapp

Ein Großteil der Lieferkette für Festplatten ist in Thailand angesiedelt. Das dortige Hochwasser bringt daher die Fertigung bei Western Digital und Seagate teilweise zum Erliegen.

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Die Flutkatastrophe in Thailand bringt den Markt für Festplatten fast zum Erliegen. Western Digital (WD) betrifft es besonders stark. Der Hersteller fertigt rund 60 Prozent seiner Laufwerke in der Krisenregion. Zudem sind dort viele Zulieferfirmen angesiedelt. "Wir werden in diesem Quartal mehr als 30 Millionen Drives weniger produzieren als im Vorquartal", erklärte WD-Unternehmenssprecher Daniel Mauerhofer gegenüber heise resale.

WD-Konkurrent Seagate ist nicht ganz so stark betroffen. Die in Thailand ansässigen Fabriken befinden sich nicht im Flutgebiet, wegen der gestörten Zulieferkette stehen sie aber still. Seagate-CEO Steve Luczo hatte vorige Woche verkündet, dass sein Unternehmen im laufenden vierten Quartal "40 bis 50 Millionen Drives" fertigen werde. 50,7 Millionen Stück waren es im dritten Quartal.

Das Szenario trifft die Branche relativ unvorbereitet. Auch in Deutschland sind bereits nahezu alle Laufwerkstypen herstellerübergreifend knapp. Momentan ist die Distribution noch dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Noch sind Produkte im Markt vorhanden, jedoch will derzeit niemand eine Prognose zur weiteren Verfügbarkeit treffen. Die Händlereinkaufspreise (HEK) schnellen aktuell im zweistelligen Prozentbereich nach oben.

Seagate hofft, die Fertigungsprobleme bis zum Jahreswechsel behoben zu haben. Und auch WD spricht nur von einem temporären Rückschlag. Bis Weihnachten müssen Reseller aber auf jeden Fall mit einer akuten Verknappung rechnen. (gs)