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FinFisher: Britische Bürgerrechtler zeigen Gamma an

Die britische National Cyber Crime Unit soll untersuchen, wie drei in Großbritannien lebende bahrainische Staatsbürger mit Hilfe von FinFisher-Software ausspioniert wurden.

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Die britische Bürgerrechtsorganisation Privacy International hat bei der National Cyber Crime Unit der Metropolitan Police Anzeige gegen den Softwarehersteller Gamma International gestellt, der früher die Überwachungssoftware FinFisher vertrieb. Die Cyber-Cops sollen herausfinden, ob drei bahrainische, in Großbritannien lebende Bürgerrechtler mit dieser Software überwacht wurden.

Die Aktion von Privacy International beruht auf Informationen, die ein Unbekannter auf Twitter veröffentlicht hatte und die von Wikileaks im Rahmen der "Spyfiles" gesichert wurden. Aus den diversen Listen war zuletzt ersichtlich, dass selbst Mitglieder einer Regierungskommission überwacht wurden, die vom König eingesetzt worden war, um das Vorgehen gegen Oppositionelle zu klären.

Nach Angaben von Privacy International wurden im FinFisher-Material weitere Hinweise darauf gefunden, dass die Rechner der im britischen Exil lebenden Bürgerrechtler Saeed Shehabi, Jaafar al-Hasabi und Mohammed Moosa Abd-Ali Al überwacht wurden. Die Anzeige richtet sich dabei gegen die Firma Gamma International in Andover, die zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Schnüffeleien den Vertrieb von FinFisher-Software besorgte, die in München entwickelt wird. Inzwischen soll Gamma International diese Geschäftsverbindung aufgelöst haben. (vbr)