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Finanzspritze für Chiphersteller Hynix verärgert Konkurrenten

Die Gläubiger von Hynix Semiconductor wollen dem hoch verschuldeten südkoreanischen Speicher-Hersteller mit zusätzlichen Krediten und einem Plan zur Schulden-Restrukturierung erneut unterstützen. Demnach sollen Hynix Kredite von 650 bis 660 Milliarden Won (bis zu 562 Millionen Euro) eingeräumt werden. Auch sieht der neue Sanierungsplan die Umwandlung von 3,0 bis 3,1 Billionen Won (bis zu 2,64 Milliarden Euro) Schulden in Aktien vor.

Die Konkurrenten von Hynix, darunter Infineon, der US-Konzern Micron und einige japanische Hersteller, üben scharfe Kritik an der Regierung Südkoreas und werfen ihr vor, Hynix wiederholt vor dem Bankrott gerettet zu haben: "Die südkoreanische Regierung soll Hynix nicht mehr stützen", fordert Infineons Vorstandschef Ulrich Schumacher. Er hofft auf eine Entspannung des Preisverfalls im Halbleitermarkt, wenn der Konkurrent liquidiert würde.

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Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland halten die Konkurrenten Hynix für nicht überlebensfähig. Demnach sei die Regierung an zahlreichen Gläubigerbanken mit einem Kontrollanteil beteiligt und habe auf die neue Kreditvergabe Einfluss genommen. Infineon und Micron sollen ihre Regierungen zu drastischen Schritten veranlasst haben: US- und EU-Funktionäre forderten vor der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf Südkorea auf, "unmittelbare und transparente Schritte einzuleiten, die sicherstellen, dass die Regierung keine weiteren Hilfen an Hynix leistet". Die Südkoreaner weisen jede Schuld von sich: Die Unterstützung sei allein Entscheidung der einzelnen Banken, beteuerte eine Sprecherin des Finanzministeriums.

Nach Analysten-Meinung wird die neue Finanzspritze jedoch bereits in der ersten Hälfte des kommenden Jahres aufgebraucht sein. Im dritten Quartal verbuchten die Südkoreaner einen operativen Verlust von 413 Millionen US-Dollar (rund 456 Millionen Euro) bei einem Umsatz von knapp 430 Millionen US-Dollar (rund 475 Millionen Euro). Die Konkurrenten investieren zurzeit massiv in neue Fertigungstechnologien, um ihre Speicherchips preiswerter zu produzieren. Infineon etwa wolle im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September nächsten Jahres 750 Millionen Euro ausgeben. "Es ist schwer zu sehen, wie Hynix da mitziehen will", meint Andrew Griffin, ein Analyst bei Merrill Lynch. (kav)

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