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Fingerabdruck aus Handyfotos rekonstruiert – Polizei schnappt Drogenhändler

Aus einem Foto mit Teilen einer Hand konnte die britische Polizei Fingerabdrücke eines Drogenhändlers rekonstruieren und ihn damit überführen.

Fingerabdruck aus Handyfotos rekonstruiert – Polizei schnappt Drogenhändler

Aus diesem Foto gewannen die Forensiker den Fingerabdruck.

(Bild: South Wales Police)

Fotos einer Hand, die Ecstasy-Kapseln hochhält, haben zur Überführung eines britischen Drogenhändlers beigetragen: Forensikern der Polizei gelang es nämlich, daraus Fingerabdrücke abzunehmen, die zur Identifikation des Mannes und schließlich zu weiteren Verhaftungen führten, wie die BBC meldet.

Dem Bericht zufolge gelangte die Polizei der walisischen Stadt Bridgend über das beschlagnahmte Smartphone eines Verhafteten an die Fotos. Dort fanden sie Whatsapp-Textnachrichten mit Kaufangeboten für Drogen und innerhalb des Chats auch besagtes Foto. Das schickten sie an die forensische Abteilung der Polizei South Wales. Allerdings waren auf den Fotos nur der mittlere und untere Bereich eines Fingers zu erkennen. Damit konnte der Fotofingerabdruck nicht direkt mit den britischen Fingerabdruckdatenbanken abgeglichen werden – dort sind nur die Abdrücke von den Fingerkuppen gespeichert.

Über andere Hinweise gelang es der Polizei schließlich einen Verdächtigen namens Elliot M. zu ermitteln. "Auch wenn Größe und Qualität des Fotos eine Herausforderung waren, reichte es doch für den Beweis, dass er der Drogenhändler war“, erklärte Ermittler Dave Thomas der BBC. Der Fall sei bahnbrechend und habe regelrecht die Schleusentore geöffnet, so Thomas: Polizeibeamte würden nun praktisch immer Fotos aus beschlagnahmten Geräte einschicken, sobald Teile einer Hand darauf zu sehen seien.

Dass sich aus Fotos Fingerabdrücke gewinnen lassen, hatte der Hacker Starbug alias Jan Krissler bereits 2014 beim 31. Chaos Communication Congress demonstriert: Er präsentierte bei seinem Vortrag einen Fingerabdruck der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), den er aus dem Bild des Daumens der Politikerin gewonnen hatte, das ein Fotograf bei einem ihrer Auftritte in der Bundespressekonferenz aus Abstand von etwa drei Meter mit einem 200er-Objektiv aufgenommen habe. Der daraus erzeugte Abdruck habe zwar noch Lücken aufgewiesen, die sich aber recht gut per Hand füllen ließen, so Krissler damals. (axk)

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