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Firefox-Chef zum Tracking-Schutz: "So viel blockieren wie möglich"

In seinen neuen Firefox 42 hat Mozilla einen Schutz vor Tracking eingebaut. Das Ziel war, so viel Inhalte wie möglich zu blockieren, ohne die Nutzer einzuschränken, verrät Firefox-Chef Mark Mayo im Interview.

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Mark Mayo

(Bild: Mozilla)

Anfang November veröffentlicht Mozilla die Version 42 des beliebten Open-Source-Browsers FireFox. “Wir mögen die Nummer 42 aus vielen Gründen”, sagt Firefox-Chef Mark Mayo im Interview mit c’t. "Das ist ein großes Release für uns, das sechs Monate in der Planung war." (Lesen Sie hierzu auch: "Firefox erfindet sich neu")

Eine der zentralen Neuerungen des Releases von Firefox 42 ist ein Tracking-Blocker: Im privaten Modus lädt der Browser dann “keine Inhalte von Dritten, die anscheinend den Benutzer über verschiedene unabhängige Websites hinweg tracken”, erklärt Mayo.

"Wir haben von unseren Nutzern laut und deutlich gehört, dass sie mehr Kontrolle über ihren digitalen Fußabdruck haben wollen", erläutert Mayo die Beweggründe der Mozilla-Entwickler. "Der Benutzer schaltet den privaten Modus ein und gibt uns damit ein starkes Signal, die Schilde hochzufahren. Mit dem Tracking-Schutz versuchen wir, aggressiv so viele Dinge zu blockieren wie möglich, ohne damit die Nutzererwartungen zu unterlaufen."

Dabei arbeitet der Browser mit einer Kombination aus White- und Blacklist. Werbenetzwerke, die "Do Not Track" befolgen, sind auf der Whitelist. Über die neue Funktion hat Mozilla auch viele Gespräche mit der Werbebranche geführt. Da habe es auch "Sorgen" gegeben, sagt Mayo. Aber "nachdem wir einmal erklärt haben, wie es funktioniert", seien die zerstreut worden. "Sogar der internationale Werbewirtschaftsverband IAB musste kürzlich einräumen, dass sie vielleicht einen großen Fehler gemacht haben, indem sie die Rendite über die Bedürfnisse der Benutzer gestellt haben."

Mayo erwartet zunächst keinen großen Effekt auf die Werbebranche. "Der Tracking-Blocker greift ja nur im Privaten Modus ein", sagt der Chefentwickler. Ein Mozilla-Sprecher betont in diesem Zusammenhang das "verantwortungsbewusste Signal an die Werbeindustrie", das zeige, dass "es in dieser Frage nicht nur ein Schwarz oder Weiß gibt". In dieser Hinsicht werde der Blocker "schon einen Effekt haben".

Was Mark Mayo sonst noch über Firefox 42 zu sagen hat, wie es mit Firefox für iOS und der Erweiterungen weitergeht und was es mit dem Umbau auf Electrolysis auf sich hat, lesen Sie im c’t-Interview:

(vbr)