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Firefox Nightly mit Multiprozess-Architektur

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Der aktuelle Nightly-Build des Firefox-Browser enthält eine experimentelle Multiprozess-Architektur. Das User-Interface läuft dabei in einem eigenen Prozess ("parent process"), während Webinhalte in einen separaten Prozess ("child process") ausgelagert werden. Die Browser-Konkurrenten wie etwa Chrome und Internet Explorer setzen schon länger auf ein geteiltes Prozessmodell, das durch Sandboxing die Sicherheit und Stabilität der Browser erhöht.

Geteilte Prozesse lassen Firefox Nightly abstürzen.

Die Mozilla-Entwickler wollen mit multiplen Prozessen außerdem die Performance von Firefox verbessern. Ein lahmendes JavaScript hätte dann keinen negativen Effekt auf die Browser-UI, weil es in einem eigenen Prozess verarbeitet wird. Wenn ein einzelnes Tab abstürzt, reißt es nicht zwangsweise den gesamten Browser mit sich. Die Nightly-Version meldet dann: "Tab crashed. Well, this is embarrasing."

Im Jahr 2009 hatte Mozilla das Electrolysis-Projekt begonnen, dessen Ziel die Entwicklung einer Multiprozess-Architektur war – und seit Anfang 2013 wieder ist. Im November 2011 hatte Mozilla das Projekt zunächst auf Eis gelegt, um sich auf andere Arbeiten zu konzentrieren. Details zum aktuellen technischen Stand von Electrolysis erklärt Bill McCloskey in einem ausführlichen Blogpost. So soll etwa der Speicherbedarf (984 MB bei 50 Tabs) der Multiprozess-Architektur nur zehn Megabyte höher sein als beim jetzigen Single-Prozess-Modell. Mit etwas Aufwand sei aber noch mehr drin, glaubt McCloskey.

In der neuesten Nightly-Version können wagemutige Nutzer die Multiprozess-Architektur erstmals testen. McCloskey empfiehlt zuvor die Einrichtung eines eigenen Firefox-Profils. Über about:config muss dann der Wert browser.tabs.remote auf true gesetzt werden. Nach einem Neustart ist der Titel eines Tabs unterstrichen. Das bedeutet, dass Firefox den Tab-Inhalt in einem eigenen Prozess rendert. Mit den aktivierten Multiprozessen läuft Firefox Nightly derzeit allerdings sehr instabil und stürzt regelmäßig komplett ab.

Wann die Multiprozess-Architektur in einer stabilen Browserversion erscheint, ist derzeit unklar. McCloskey schreibt, dass es momentan viele Bedenken wegen der Kompatibilität mit den Add-ons gäbe. Diese müssten zunächst geklärt werden. (dbe)