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Firefox geht aggressiver gegen Tracking vor

Künftig schützt der Firefox-Browser seine Nutzer standardmäßig vor Trackern. Das verbessert die Privatsphäre – und die Performance von Webseiten.

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Firefox geht aggressiver gegen Tracking vor

Firefox schützt seine Nutzer künftig besser gegen Tracking.

(Bild: Mozilla)

Für zielgerichtete Online-Werbung sammeln Tracker fleißig Nutzerdaten und verlangsamen dadurch auch noch den Seitenaufbau. Deshalb will Firefox künftig aggressiver gegen das Tracking vorgehen, um seine Nutzer besser zu schützen und ihnen mehr Kontrollmöglichkeiten zu verschaffen. Schließlich soll jeder Nutzer selbst entscheiden, welche Daten er einer Seite zur Verfügung stellt.

Künftige Versionen des Browsers werden etwa automatisch Tracking-Code von Drittanbietern blockieren – die Anwender brauchen sich nicht weiter zu kümmern. Auch Tracker, die zu lange laden, will Firefox automatisch blockieren und damit den Seitenaufbau beschleunigen. Die neuen Funktionen testet Mozilla bereits, ehe sie im Laufe des Jahres fester Bestandteil von Firefox werden.

Schon jetzt können sich Firefox-Nutzer vor Tracking schützen. Sie müssen dazu aber entweder ein "Privates Fenster" öffnen oder in den Einstellungen die richtigen Schalter umlegen. Künftig sollen die Sicherheitsfunktionen standardmäßig aktiviert sein – in dieser Hinsicht fand bei Mozilla ein Umdenken statt. Mozilla-VP Nick Nguyen erklärt: "Es geht um mehr als nur den Schutz der Nutzer – es geht darum, ihnen eine Stimme zu geben."

Wenn Webseitenbetreiber die Daten von ihren Besuchern haben wollen, sollen sie gefälligst vorher fragen. Nguyen erinnert an die Anfänge von Firefox, als der Browser lästige Pop-ups blockierte: "Das war 2004 das richtige Vorgehen, weil das die Nutzer nicht nur glücklich machte, sondern die Werbetreibenden dazu ermutigt hat, sich Gedanken über die Nutzererfahrung zu machen". Sie sollten also verstehen, dass kein Mensch nervende Werbe-Pop-ups sehen wollte. Eine Ähnliche Wirkung will Mozilla nun bei Trackern erreichen: Kaum jemand möchte durchs gesamte Netz über mehrere Seiten verfolgt werden (Cross-Site-Tracking).

Im September will Mozilla im Rahmen einer Shield-Studie zunächst eine Funktion testen, die lahme Tracker blockiert. Wenn der Test erfolgreich verläuft, könnte die Schutzfunktion bereits Teil von Firefox 63 werden; dieser erscheint am 23. Oktober. Der Schutz vor Cross-Site-Tracking soll in Firefox 65 zum Standard werden – so zumindest das Ziel der Entwickler.

Neugierige Nutzer können die Schutzfunktionen schon jetzt in den Nightly-Builds ausprobieren. Im "Control Center", das sich mit einem Klick auf das kleine "i"-Symbol in der Adresszeile öffnet, sind im Bereich "Content Blocking" die neuen Optionen aufgeführt. In Future-Releases-Blog erklärt Mozilla weitere Details. (dbe)

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