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Firefox mit neuen Tools für ein barrierefreies Web

Das Web sollte barrierefrei sein – doch nicht jede Website ist es. Firefox erweitert deshalb seinen "Barrierefreiheitsinspektor" um neue Entwickler-Tools.

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Barrierefreiheit im Web ist wichtig, doch so mancher Seitenbetreiber behandelt das Thema "Accessibility" etwas stiefmütterlich. Dabei erleichtert eine optimierte Website das Leben von Menschen mit Behinderungen. Damit etwa auch Nutzer mit eingeschränktem Sehvermögen gut durchs Netz surfen können, hat die EU eine Richtlinie erlassen: Sie besagt, dass alle Websites und Apps des öffentlichen Sektors den "Web Content Accessibility Guidelines 2.1" (WCAG) des W3C folgen müssen. Auf Web-Entwickler kommt also Arbeit zu, die Umsetzung bei Websites soll bis September 2020 erfolgt sein.

Mozilla will die Entwickler bei der Umsetzung der Barrierefreiheit unterstützen und hat Firefox 70 mit hilfreichen Tools ausgestattet. Der erweiterte "Barrierefreiheitsinspektor" soll bei der Überprüfung von Websites helfen und Entwickler bei der Lösung der häufigsten Probleme unterstützen. Die neuen Funktionen sind in den Developer-Tools von Firefox integriert und dort im Tab "Barrierefreiheit" untergebracht. Mit den Hilfswerkzeugen lässt sich etwa die Tastaturnavigation gezielt verbessern. Probleme bereitet hierbei die Fokussierung von Links auf einer Webseite, wenn der Nutzer mit der Tab-Taste von Link zu Link springt.

Der Inspektor erkennt außerdem Probleme auf einer Webseite und listet diese übersichtlich auf – so lassen sich schnell fehlende Textbeschriftungen aufspüren. Viele vergessen beispielsweise bei Bildern, auch einen ALT-Text einzutragen, der Bildinhalte für Screenreader beschreibt. Ein Simulator für Farbwahrnehmungsschwächen ("Farbblindheit") stellt Webseiten so dar, wie Menschen mit speziellen Sehschwächen diese wahrnehmen. Ein knallbunter Button könnte dann plötzlich unsichtbar sein. In den Dev-Tools sind ergänzende Hilfsartikel verlinkt, die bei der Optimierung helfen und Probleme erläutern. Weitere Details zu typischen Accessibility-Herausforderungen und den Entwickler-Tools hat Marco Zehe im Mozilla-Hacks-Blog notiert.

Firefox kann mehrere Farbwahrnehmungsschwächen simulieren, damit Entwickler sie optimieren können.

(Bild: Mozilla)

Der Inspektor für Barrierefreiheit ist seit Firefox 63 standardmäßig Teil des Browsers und wurde seitdem stetig ausgebaut. Daran beteiligt ist auch eine Community von Hunderten betroffenen Nutzern, für die die alltägliche Online-Aktitivtät eine Herausforderung darstellt. Nutzer mit eingeschränktem Sehvermögen können beispielsweise Web-Formulare nur schlecht lesen, wenn der Kontrast zwischen Textfarbe und Hintergrund zu gering ist. Der Farbwähler in den Developer-Tools zeigt deshalb an, ob die gewählte Farbe den WCAG-Richtlinien entspricht. Entwickler können mit dem Hilfswerkzeug schnell nachbessern und dadurch die Barrierefreiheit einer Website Stück für Stück verbessern. (dbe)