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Firefox sperrt Cookies in Sandbox ein

Die frisch veröffentlichte Version des Firefox-Browsers sperrt Tracking-Cookies in eine Sandbox ein – und zwar per Voreinstellung.

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Mit dem am heutigen Dienstag erscheinenden Update für Firefox 67 wird Mozilla die Nutzer vor Tracking schützen – und zwar, anders als bisher, per Voreinstellung. Damit profitiert auch die große Zahl von Nutzern, die die Einstellungen des Browsers nie verändern, von der "Enhanced Tracking Protection".

"Cookies sind schwierig", sagt der für Firefox zuständige Senior Vice President Dave Camp, denn sie werden ja keineswegs nur fürs Tracking eingesetzt. Über Jahre habe Mozilla experimentiert, wie man die Privatsphäre der Nutzer ohne unerwünschte Nebeneffekte besser schützen könne. Öffentliche Tests laufen seit September vergangenen Jahres; bald darauf hielt das Feature Einzug in den Browser, allerdings per Voreinstellung deaktiviert. "Wir sind jetzt zuversichtlich, dass wir das Web nicht kaputtmachen", sagt Chief Marketing Officer Jascha Kaykas-Wolff.

Kernidee ist es, Cookies in eine Sandbox zu stecken. Für die setzende Webseite sieht es so aus, als wäre das Cookie gespeichert, aber schon beim nächsten Seitenaufruf hat der Browser es wieder vergessen. In diese Sandbox steckt Firefox alle Cookies, die von bekanntermaßen trackenden Domains kommen; zusätzlich versucht der Browser, Tracker heuristisch zu erkennen. Interaktionen – etwa mit Facebooks Like-Button – heben diese Beschränkung auf.

Dass Firefox Tracker auf der Seite gefunden hat, zeigt er durch ein Schild-Icon neben dem "i" in der Adresszeile an. Nach einem Klick darauf lassen sich die identifizierten Tracker einsehen. Die Block-Liste stammt von Disconnect; diese stellen bereits die Anti-Tracking-Liste, die Firefox seit 2015 im privaten Modus verwendet. Zur Auswahl stehen die voreingestellte ("Level 1") und eine umfangreichere Liste ("Level 2"), bei der es allerdings eher zu Problemen beim Surfen kommen kann. Unter about:preferences#privacy kann der Nutzer einstellen, ob er nicht doch Cookies, Tracker, Cryptominer oder Fingerprinting-Skripte zulässt oder ob er die Sandbox für bestimmte Websites aufhebt.

In die Enhanced Tracking Protection seien auch die Erfahrungen mit anderen Mozilla-Produkten eingeflossen, so Kaykas-Wolff – etwa der Datenschutz-Mobilbrowser Firefox Klar/Focus oder die Erweiterung Facebook Container, welche die Facebook-Identität des Benutzers von dessen anderen Online-Aktivitäten trennt.

Lockbox wird zu Lockwise und um eine Firefox-Erweiterung ergänzt, mit der sich Passwörter reibungslos synchronisieren lassen.

Diese Erweiterung aktualisiert Mozilla nun ebenfalls, um den Schutz auf Seiten mit eingebetteten Facebook-Inhalten zu verbessern. Der Passwortspeicher Lockbox heißt künftig "Lockwise"; zu den Apps für Android und iOS gesellt sich nun eine Browser-Erweiterung, sodass sich Passwörter leicht von einem Gerät aufs andere übertragen lassen. Zurückkehren wird das im Januar eingestellte Programm Linktext für Firefox-Experimente – allerdings in neuer Form und tiefer in den Browser integriert. (dbe)