Menü

Firefox stoppt Sideloading von Erweiterungen

Firefox wird das sogenannte Sideloading von Erweiterungen künftig nicht mehr unterstützen. Die Nutzer erhalten dadurch mehr Kontrolle und Transparenz.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 53 Beiträge
Von

In Zukunft können Drittanwendungen das sogenannte "Sideloading" nicht mehr nutzen, um bei der Installation zusätzliche Firefox-Erweiterungen zu installieren. Eine ausführbare Installationsdatei platziert dabei die Addon-Datei (XPI) in einem speziellen Ordner, damit Firefox diese installiert – der Nutzer muss diesen Vorgang nicht aktiv bestätigen.

Diese "Sideloaded Extensions" sorgen jedoch immer wieder für Probleme: Zum einen haben sich die Nutzer nicht explizit für die Installation des Addons entschieden, zum anderen ist nicht immer eine einfache Deinstallation über den Addon-Manager von Firefox möglich. Das Sideloading wurde in der Vergangenheit zudem missbraucht, um Malware zu installieren. Eigentlich ist die Methode als Unterstützung für Entwickler gedacht, die ihre Desktop-Software zusammen mit einer Firefox-Erweiterung verbreiten wollten.

"Um den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Firefox-Erweiterungen zu geben, wird die Unterstützung von Sideload-Erweiterungen eingestellt", erklärt Addons-Community-Manager Caitlin Neinman. Viele Firefox-Nutzer hätten sich bei Mozilla über unerwünschte Addons beschwert, die sich nicht entfernen ließen. Mit der Änderungen soll der Installationsprozess deshalb transparenter werden. Allein die Nutzer sollen entscheiden, ob sie eine ergänzende Erweiterung installieren möchten oder nicht.

Mozilla betont, dass Entwickler weiterhin die Freiheit haben, ihre Erweiterungen selbst zu vertreiben – sie müssen also nicht zwingend im offiziellen Addon-Verzeichnis (AMO) gelistet sein. "Benutzer können weiterhin alle möglichen Erweiterungen installieren", also auch lokale XPI-Dateien, die sie aus dem Netz geladen haben. Die Enterprise-Richtlinien sind weiterhin gültig.

Die Änderung passiert nicht von jetzt auf gleich: Mit der Veröffentlichung von Firefox 73 am 11. Februar 2020 wird der Browser die übers Sideloading geladenen Erweiterungen einlesen und im individuellen Nutzerprofil ablegen. Die Nutzer können sie als reguläre Addons installieren. Mit Firefox 74, der am 10. März erscheinen soll, wird der Browser das Sideloading dann nicht mehr unterstützen. Die Zwischenphase mit Version 73 soll dafür sorgen, dass installierte Addons nicht plötzlich verloren gehen. Entwickler, die das Sideloading verwenden, müssten ihren Installationsprozess anpassen. (dbe)