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Firefox und Chrome blocken Plug-ins

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18 Jahre wird die Plug-in-Schnittstelle NPAPI bald alt – doch womöglich naht nun das Ende, denn Mozilla und Google wollen die darüber verbundenen Browser-Aufsätze in den nächsten Monaten per Default blockieren. In dem für Dezember geplanten Firefox26, der seit Kurzem als "Aurora"-Vorschau verfügbar ist, sollen NPAPI-Plug-ins mit Ausnahme von Adobe Flash auf "Click to Play" gesetzt sein.

Google will im Januar nachziehen, ist dabei aber vorsichtiger: Vorübergehend sollen die fünf beliebtesten Plug-ins von dieser Blockade ausgenommen sein - und das sind Silverlight, Unity, Facebook Video sowie Googles eigene Plug-ins Earth und Talk. Java-Apps, die laut Google-Daten weniger als 10 Prozent aller Nutzer im August aufgerufen haben, blockiert Chrome bereits jetzt aus Sicherheitsgründen. Nicht betroffen sind Adobes Plug-ins Flash und Reader, die seit letztem Jahr mit der von Google propagierten neuen Schnittstelle PPAPI auf Chrome laufen. Stufenweise will Google auch NPAPI im Chrome Web Store zurückfahren und schließlich in einem Jahr alle darauf basierenden Apps und Erweiterungen aus dem Store entfernen.

"Click to Play" ist bereits heute in Firefox und Chrome möglich, ist aber nicht voreingestellt. Firefox-Nutzer müssen dafür in about:config die Einstellung "plugins.click_to_play" ändern; bei Chrome verbirgt sich der Schalter hinter den Inhaltseinstellungen.

Sowohl Google als auch Mozilla berufen sich bei ihren Entscheidungen auf Anwenderstudien und Sicherheitsbedenken. Die altmodische Architektur der Schnittstelle mache diese zur Quelle von "Hängern, Abstürzen, Sicherheitsproblemen und Code-Komplexität", erklärte Google. Neue Webtechniken übernehmen inzwischen viele der Aufgaben, für die einst ein Browser-Aufsatz unumgänglich war. Bisher setzten außer Microsoft alle nennenswerten Browser-Hersteller auf Plug-ins nach dem in Netscape Navigator 2.0 eingeführten Standard, der den einst dürftigen Funktionsumfang der Browser anreicherte. (axk)

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