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Firefox will nervige Push-Benachrichtigungen reduzieren

Push-Benachrichtigungen in Browsern nerven und sind bei den Firefox-Nutzern äußerst unbeliebt. Deshalb will Mozilla nun gegen sie vorgehen.

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Firefox und andere Browser zeigen Benachrichtigungen an, wenn eine Webseite bestimmte Berechtigungen anfordert. Besonders nervig sind Anfragen, ob eine Website Push-Benachrichtigungen senden darf. Diese Nachrichten werden oft für Spam missbraucht, weswegen Mozilla sie nun "im Interesse der Nutzer" einschränken will. Ganz unterdrücken wolle man sie nicht, denn es gibt schließlich praktische Anwendungsfälle für die drängelnden Dialogboxen, etwa bei Online-Chats.

Wie genau Firefox künftig mit den Anfragen für Push-Nachrichten umgehen wird, wollen die Entwickler zunächst in Experimenten herausfinden. Gestartet werden sie in den Nightly Builds des Browsers. In einem ersten Test zeigt Firefox eine Benachrichtigungsanfrage erst an, nachdem es eine Nutzerinteraktion gab; also etwa einen Klick oder einen Tastendruck. In einem zweiten Experiment will Mozilla ausnahmsweise zusätzliche Nutzerdaten sammeln und analysieren. Das soll in einem bestimmten Zeitraum mit einem eingeschränkten Nutzerkreis geschehen, kündigt Mozilla in einem Blog-Eintrag an.

Dass die Firefox-Nutzer keine großen Fans von Benachrichtigungsanfragen sind, zeigen die Telemetriedaten des Browsers. Demnach werden nicht einmal 3 Prozent der Anfragen von den Nutzern akzeptiert, die meisten Hinweise werden schnell weggeklickt. Gut 19 Prozent der Anfragen sorgen sogar dafür, dass Nutzer die Webseite sofort wieder verlassen. Kurz: Kein Mensch will von Websites Push-Nachrichten erhalten. Die Akzeptanzrate bei der Anfrage, ob eine Seite auf Mikrofon und Webcam zugreifen darf, ist im Vergleich deutlich höher, erklärt Mozilla. Sie liegt bei 85 Prozent.

NEIN!

(Bild: Mozilla)

Die ausgewerteten Zahlen führten bei Mozilla zu zwei Erkenntnissen: Erstens gebe es Websites, die Benachrichtigungsanfragen nicht dazu verwenden, um die Nutzererfahrung zu verbessern. Zweitens würden die Benachrichtigungen zu früh angezeigt. Die Besucher bräuchten mehr Zeit, eine Seite wirklich kennenzulernen. Erst dann können sie sinnvoll entscheiden, ob Push-Benachrichtigungen sinnvoll wären oder nicht. (Bei einem Chat würde der Browser über neue Nachrichten informieren, ohne dass die Website geöffnet sein muss – durchaus praktisch.)

Die kommenden Experimente könnten Auswirkungen auf Webentwickler haben: Sie sollten damit rechnen, "dass Firefox und andere Browser in Zukunft beschließen könnten, die Erlaubnisanfrage einer Website basierend auf automatisch bestimmten Heuristiken abzulehnen", schreibt Mozilla. Nutzer, die so gar keine Lust mehr auf Push-Benachrichtigungen haben, können sie grundsätzlich komplett abstellen. Eine Supportseite erklärt, wie das geht. (dbe)