Firewall-Probleme bei der Telekom: Speedport-Router blockieren Onleihe

Ein Security-Fix in zwei Telekom-Routern hat Nebenwirkungen. Der Provider verspricht eine baldige Lösung.

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(Bild: carballo/Shutterstock.com)

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Kunden der Deutschen Telekom mit den Routern Speedport W 724V Typ B und Speedport W 922V haben seit zwei Wochen Probleme, auf Angebote der Online-Bibliotheks-Plattform Onleihe zuzugreifen. Auch ältere IoT-Hardware soll betroffen sein. An einem Update, das die Probleme beheben soll, werde jetzt mit Priorität gearbeitet.

Die Fehlfunktion war aufgefallen, als sich immer mehr Nutzer des Dienstes im Support-Forum mit einem merkwürdigen Problem meldeten: Sie konnten sowohl über die App der Onleihe als auch über die Webseite keine Bücher oder andere Medien ausleihen. Verbindungsversuche endeten mit einer Fehlermeldung. Über das Support-Forum fanden die Betroffenen alsbald einen gemeinsamen Nenner: Sie verwendeten den gleichen Telekom-Heimrouter, um eine Internetverbindung herzustellen.

Gegenüber heise online bestätigt die Deutsche Telekom das Problem. Bei einem Softwareupdate der beiden betroffenen Routertypen habe man versucht, die Geräte gegen eine neue Angriffsart abzusichern. "Durch diese Implementierung werden ungewöhnlich kleine Netzwerk-Pakete, die häufig bei bestimmten Angriffen verwendet werden, vom Router ignoriert", heißt es in dem Statement. Erst nachträglich habe sich herausgestellt, dass diese Art von Datenpaketen nicht nur von Angreifern, sondern auch von den Onleihe-Servern sowie einigen älteren IoT-Geräten verwendet würden.

Die Deutsche Telekom hat ein neues Sicherheitsupdate versprochen, das in der Regel automatisch auf den Routern installiert werden soll. Angesichts der großen Zahl von Betroffenen werde der Update-Prozess priorisiert, heißt es. Voraussichtlich Anfang kommender Woche sollen die Updates bereit sein und veröffentlicht werden.

Für die Nutzer der Onleihe gibt es nur Behelfslösungen. Sie können etwa versuchen, sich über das Mobilfunknetz die Medien herunterzuladen. Dabei sollten sie aber insbesondere bei dem Ausleihen von Audio-Büchern darauf achten, das Datenvolumen ihrer Mobilfunkverträge nicht zu überziehen. Insgesamt wird der Onleihe-Dienst derzeit von 3237 Bibliotheken angeboten und hatte im vergangenen Jahr mehr als eine Million Nutzer. (mho)