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Firma markiert Mitarbeiter per RFID

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Die Videoüberwachungs-Firma CityWatcher.com markiert ihre Mitarbeiter mit unter die Haut eingepflanzten RFID-Transpondern. Wie die US-Bürgerinitiative CASPIAN herausfand, fordert das in Cincinnati ansässige Unternehmen seine Angestellten auf, sich drahtlos lesbare Kennzeichen der Marke VeriChip in den Körper injizieren zu lassen. Ähnliche Objekte werden hierzulande zum Kennzeichnen von Haustieren verwendet.

Bei Citywatcher soll das Verfahren die Zutrittskontrollen für die Kontrollräume verbessern, in denen das Unternehmen die Bilder der installierten Überwachungskameras verfolgt. Bisher wird der Zugang zu diesen Räumen über RFID-basierende Chipkarten, so genannte Prox Cards, geregelt. Die flößten allerdings nur begrenztes Vertrauen ein, weil sie sich offenbar klonen lassen und sich Unbefugte dadurch Zutritt in die geschützten Räumlichkeiten verschaffen könnten. Das Argument, eine Karte könnte entwendet und dann missbraucht werden, ist bislang wohl noch nicht öffentlich aufgetaucht.

Ein Firmensprecher erklärte gegenüber CASPIAN, die Ersatzlösung "VeriChip" habe sich dadurch angeboten, weil sie sich problemlos in Citywatchers bestehendes Sicherheitssystem integrieren lasse. Was nicht zur Sprache kam, war die Erkenntnis des RFID-Experten Simson Garfinkel, VeriChip sei ein Gerät "ohne Sicherheit", das er binnen einiger Stunden habe kopieren können, und das im Vergleich zur Prox Card, die ihn einen ganzen Monat beschäftigt habe.

Die Entscheidung von Citywatcher ist Wasser auf die Mühlen des VeriChip-Herstellers, der seit 2002 vereinzelt Meldungen über Personen produziert, die sich angeblich bereitwillig einen seiner Transponder einpflanzen ließen. Weniger Aufmerksamkeit erhalten dabei meist die Ergebnisse von Meinungsforschern, dass selbst US-Bürger auf Abstand zu den elektronischen Brandzeichen gehen – obwohl doch der Schutz der Intimsphäre in den USA vermeintlich viel kleiner geschrieben wird. (hps)