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Firmen diskutieren Zukunftsperspektiven im digitalen Musikmarkt

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In einer von T-Onlines Musikdownload-Angebot Musicload geladenen Expertenrunde haben in Darmstadt Vertreter verschiedener Firmen das Potenzial und den Umgang mit Digital Rights Management (DRM) geschützter Musik diskutiert. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Sony BMG, Microsoft und der Verband der Phonographischen Wirtschaft vertreten.

Die Standpunkte der Teilnehmer waren unterschiedlich. Thorsten Rothmann, Director New Media bei Sony BMG, würde DRM gerne "so nutzerfreundlich wie möglich, so sicher wie nötig" gestalten. Die Musikindustrie habe seiner Ansicht nach bereits weitgehende Zugeständnisse an den User gemacht -- er dürfe mittlerweile wesentlich mehr mit seinen gekauften Musikdateien anfangen als noch vor drei Jahren. Aus Sicht der Musikindustrie gebe es neben DRM keine Alternative, um digitale Produkte zu schützen. Der Vertreter vom Verband der Phonographischen Wirtschaft betonte hingegen, das die Rechteinhaber selbst entscheiden sollten, ob sie ihre Musik überhaupt mit DRM vermarkten wollen.

Tim Renner, ehemaliger Chef bei Universal Music Germany, hingegen fordert unbeschränkte Nutzungsrechte und den Einsatz des etablierten MP3-Formats, an das die Anwender gewöhnt seien. Allerdings räumte Renner ein, dass auch Musikdateien mit DRM erfolgreich vermarktet werden und daher ein Nebeneinander beider Formate denkbar wäre.

Auch Susanne Peter, Director Marketing and Sales bei Musicload, betont, dass die Abnehmer einfach, schnell und möglichst umfassend über die gekaufte Musik verfügen möchten. Insbesondere sieht sie Probleme bei DRM-Playern, die nicht mit allen Musikformaten harmonieren und dadurch für viel Verwirrung sorgen. Um marktfähig zu bleiben, müsse es daher laut Cyrill Glockner von Microsoft möglich sein, ein DRM-Format in ein anderes geschütztes Format umzuwandeln. Voraussetzung hierfür wäre allerdings, dass gleiche Nutzungsrechte für alle Formate gelten. Ebenfalls diskutiert wurde das Tauschbörsenmodell.

Nach Ansicht der Expertenrunde hängt es vom Konsumenten ab, welche Modelle für Musik aus dem Netz verwirklicht werden. DRM müsse Nutzungsvielfalt garantieren und dabei komfortabel bleiben -- solange der Verbraucher die Urheberrechte achte, solle DRM unsichtbar bleiben.

Zur konkreten technischen Umsetzung dieser Wünsche und zur Beseitigung der Probleme mit den bestehenden DRM-Formaten schweigen sich die Teilnehmer jedoch aus. Ganz ungelegen dürften einigen Betreibern von Musikdownload-Angeboten die Inkompatibilitäten indes nicht sein, da sich ihnen so über den Verkauf von passenden Endgeräten eine zusätzliche Einnahmequelle öffnet. Musikload will beispielsweise ab März auch einen eigenen Player verkaufen, um seinen Vorsprung beim kommerziellen Musikdownload in Deutschland Apple gegenüber zu behaupten.

Zum Thema Kaufmusik im Internet läuft noch bis zum 27. Februar eine Leserbefragung der c't. Ein Vergleichstest von 14 kommerziellen Musikportalen beschreibt der Artikel "Musik (fast) ohne Grenzen" in der aktuellen c't-Ausgabe 5/05, die seit Montag, den 21. Februar im Handel ist. (thl)

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