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Firmenkunden wollen für UMTS nicht mehr bezahlen

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Schlechte Nachrichten für Europas Telecom-Anbieter: Ein Großteil der europäischen Firmen ist nicht bereit, mehr Geld für schnellere Mobil-Verbindungen ins Internet auszugeben. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die vom Marktforschungsunternehmen Gartner durchgeführt wurde. Demnach wollen nur 24 Prozent der befragten Firmen unmittelbar auf den Zug der dritten Mobilfunkgeneration (UMTS) aufspringen – obwohl 82 Prozent sagen, dass der Mobilfunk wichtig für ihr Unternehmen sei.

"Für die dritte Generation der Mobilnetz-Betreiber wird es sehr schwer, mehr Geld von den Kunden zu bekommen", prognostiziert Nick Jones, Studienleiter bei Gartner. Der hohe Preis, den europäische Mobilnetz-Betreiber für die UMTS-Lizenzen gezahlt hätten, lasse sich nicht so einfach auf die Nutzer umlegen. "Die Leute, die letztendlich die Rechnung bezahlen müssen, wollen die Preise fallen sehen, nicht steigen", resümiert Jones.

Europas führende Telekommunikationsunternehmen investieren derzeit umgerechnet 200 Milliarden US-Dollar in neue Mobilfunk-Infrastrukturen, um für den Start der UMTS-Generation 2002 gerüstet zu sein; für den Erwerb der Lizenzen und die notwendigen Zusatzausgaben hatten zuvor schon mehr als 300 Milliarden US-Dollar aufgenommen werden müssen. Im vergangenen Jahr sank die Marktkapitalisierung der europäischen Telecom-Firmen allerdings nahezu um eine Billion US-Dollar.

Die Mobilnetz-Betreiber hoffen neben dem Einzelnutzer insbesondere auf Kunden aus dem gewerblichen Bereich für die neuen Angebote über das Handy. Neben einer zehn- bis zwanzigmal schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit wird vor allem das Video-Streaming als herausragendes Feature genannt. (pmz)