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Firmware-Updates für höheres SSD-Tempo

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Seit mehr als einem halben Jahrhundert bewähren sich nun schon Magnetplatten als Computer-Massenspeicher. Die Technik ist mittlerweile so ausgereift, dass eine beliebige Festplatte fast immer auf Anhieb und so flott wie erwartet arbeitet.

Anders sieht es bei der noch recht jungen SSD-Technik (Solid State Disk) aus. In den vergangenen Wochen mussten gleich mehrere Hersteller Firmware-Updates bereitstellen, da ihre Flash-Disks im Praxiseinsatz unvorgesehene Schwächen zeigten. So plagt unter anderem die schnellen Mainstream-SSDs X18-M und X25-M von Intel ein Problem mit interner Fragmentierung: Wenn sie nahezu komplett befüllt sind, kann die Schreibrate stark einbrechen. Dieses Problem soll nun die neue Firmware 8820 mindern.

Mehrfach besserte indes schon OCZ Technology bei seiner neuen Vertex nach. Nach den Firmware-Ständen 0112, 1199 und 1275 ist nun 1370 aktuell, die OCZ unter der Bezeichnung V1.10 zum Download (ZIP-Datei) anbietet. Nach eigenen Angaben hat der Hersteller unter anderem die Schreibperformance verbessert sowie Fehler beim Power-Management ausgemerzt. Die interessanteste Neuerung ist dabei, dass die SSDs nun für das ATA-Trim-Kommando (Doc-Datei) vorbereitet sein sollen.

Löscht das Betriebssystem Dateien, so ändern sich erst einmal nur ein paar Bits in den Verwaltungsstrukturen des Dateisystems. Der Flash-Controller erfuhr davon bislang nichts. So kann es passieren, dass der Controller unnötig "Geister"-Dateien umschichtet, die das Betriebssystem bereits als entsorgt betrachtete. Dadurch wiederum kann die Geschwindigkeit einbrechen. Mit dem Trim-Kommando teilt das Betriebssystem dem Laufwerk mit, welche "Pages" es nicht mehr braucht, sodass die SSD sie sofort entsorgen kann.

In neueren Linux-Kerneln soll Unterstützung für ATA-Trim bereits drinstecken. Für Windows-Nutzer hat diese Verbesserung bislang aber nur theoretischen Charakter, denn das Trim-Kommando soll neben weiteren Betriebssystemoptimierungen für den Umgang mit SSDs wohl erst mit Windows 7 kommen und nicht wie zunächst gemunkelt auch bei Vista nachgerüstet werden.

Samsungs neue schnelle 256-GByte-SSDs sollen indes in erster Linie für den Einsatz unter Windows konzpiert sein. Der Hersteller rät davon ab, sie unter Linux oder Mac OS einzusetzen, ohne aber genauere Gründe zu nennen. Bereits Ende März wollte er eine spezielle Mac-Firmware anbieten. Ob die inzwischen erschienen ist, ist allerdings nicht bekannt. (boi)