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"First Tuesday" – Stammtisch in der Computerbranche

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Beim "First Tuesday" zeigen sich alle Anwesenden von ihrer Schokoladenseite. Das hat seinen guten Grund: Der "Erste Dienstag" ist die Bezeichnung für eine Art Stammtisch in der Computer- und Internetbranche. In regelmäßigen Abständen treffen sich Gründer, Unternehmer, Geldgeber und Jobsuchende aus der New Economy, um über Ideen, Geld und neue Aufträge zu sprechen. Der "First Tuesday" gilt derzeit als einer der begehrtesten Tummelplätze der IT-Szene.

"Immer öfter sind die zwanglosen Gespräche Grundlage für eine langjährige Geschäftsbeziehung", sagt Susanne Burgdorf von der Trimedia Reporter GmbH in Frankfurt, einem Partner der "First Tuesday"-Gemeinde in Deutschland. Dabei steht nicht allein der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Vordergrund. Viele Firmen sind auch auf der Suche nach förderlichen Kontakten.

Die Idee stammt von Londoner Geschäftsleuten, die sich im Oktober 1998 zum ersten Mal zum lockeren Plausch in einer Bar im Stadtteil Soho trafen. Dabei wurde über neue Geschäftsideen diskutiert und über Internetstrategien philosophiert. Mittlerweile gibt es rund 100 so genannter Städteteams zwischen dem Silicon Valley, Europa und Sydney. In Deutschland fand der "First Tuesday" erstmals im vergangenen Jahr statt. Nach München und Frankfurt gingen Berlin, das Rheinland, Hamburg, Stuttgart, Baden, Sachsen, Hannover und Bremen an den Start. Über 10.000 Teilnehmer wurden beim "First Tuesday" bislang gezählt.

Damit sich die Gäste erkennen, trägt jeder seiner Funktion gemäß einen farbigen Button: Grün steht für Gründer, Rot für Investoren und die Gelben sind für sonstige Dienstleister und Interessenten vorgesehen. Noch sind die Grünen in der Mehrzahl, Investoren machen lediglich 20 Prozent aus. "Es sind lockere Treffen in zwangloser Atmosphäre", betont Susanne Burgdorf.

Das Ruhrgebiet hat in Essen seinen eigenen IT-Stammtisch ins Leben gerufen. Unter dem Namen www.e-business.essen.de treffen sich dort ähnlich wie bei einem "First Tuesday" Entscheider, Investoren und Dienstleister der Branche, um sich auszutauschen. "Neben gezielten Kooperationen wollen wir vor allem den Standort Essen für die IT-Branche attraktiv gestalten", erklärt Marion Niemann vom Informationsbüro der Initiative. Im Vordergrund stehe, mit möglichst vielen Gesprächspartnern Visitenkarten und Ideen auszutauschen. "Und für viele ist der Besuch des First Tuesday der Beginn einer intensiven Geschäftsverbindung."

Wer an einem "First Tuesday" teilnehmen möchte, muss sich dafür lediglich auf der offiziellen Website registrieren lassen. Per E-Mail erfahren die Interessenten dann Ort und Datum des nächsten Treffens. Der Besuch der Veranstaltungen ist kostenlos. "Die wechselnden Orte und Themen setzen bei jedem Treffen neue Akzente", sagt Susanne Burgdorf.

In Essen sieht man sich mehr als lockerer IT-Szene-Treff. Es gibt keine farbigen Buttons, sondern Namensschilder. Wer dort also gezielt Investoren sucht, muss die Augen offen halten. "Um die Kontaktaufnahme zu erleichtern, gibt es ein "Infoboard", mit dem Interessenten eine gezielte Suche vorantreiben können", erklärt Marion Niemann. Ansonsten ähneln sich die bundesweiten "First Tuesdays" und der IT-Szene-Treff in Essen. "Immer mehr Unternehmen nutzen unser Treffen für die Suche nach speziellem Personal", berichtet Marion Niemann. Erste Verträge seien bereits abgeschlossen worden. (Susanne Wächter, gms) / (wst)