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Fit mit c't: Technik für jeden Sport und mehr Fitness im Alltag

Technik hilft, die Fitness zu verbessern. Wir nehmen Fitnessdaten-Portale unter die Lupe und zeigen Lösungen für Couchkartoffeln, aber auch für Wettkämpfer.

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Zahlen, Daten, Fakten: Fitnesstracker, Sportuhren und externe Sensoren sammeln Daten, mit denen man an seiner Form schrauben kann. Dabei gibt es aber noch viele Fragezeichen.

Irgendwann merkt es jeder: Man muss körperlich mehr tun, damit sich das gute Essen nicht auf die Figur niederschlägt und damit man andererseits beim Joggen oder Radfahren nicht so schnell außer Puste gerät. Während die einen sagen, dass Fitnesstracker und Sportuhren ihre Fitness verbessern, monieren andere, dass solche Gerätschaften sie nicht weiterbringen. Doch was stimmt?

Fitnessportale wie Garmin Connect versuchen, ihre Nutzer mit Badges für erreichte Meilensteine bei der Stange zu halten.

Wer noch gar nicht bei der Idee für "ernsthaften" Sport angekommen ist, findet in den Schrittzielvorgaben von Fitnesstrackern und manchen Sportuhren jeden Tag erneut zu erreichende Nahziele. Jemand mit sitzender Tätigkeit wird überrascht sein, dass 10.000 Schritte anfänglich nicht ohne Extraspaziergänge erreichbar sind, auch der Überblick über Puls-, Kalorienverbrauchs- und Schlafdaten ist zumindest anfänglich hilfreich, um ein Gefühl für die Aktivität und das Maß an Bewegung zu bekommen, das man quasi als Grundrauschen mitbringt.

Damit man dranbleibt, gibt es Wettbewerbe mit teils willkürlich zugelosten Nutzern und auch mit Freunden sowie schicke Badges für die Online-Ehrentafel. Die kann man teilweise noch auf Social-Media-Plattformen teilen. Eine andere Form, die beispielsweise Runtastic bekannt gemacht hat, sind Live-Meldungen an den Freundeskreis, verbunden mit der Bitte, die darin Genannten bei ihrer Aktivität anzufeuern. Derlei Mittel mögen ein bisschen simpel anmuten, sie entwickeln aber bei vielen eine sehr starke Zugkraft.

Fürs Joggen braucht man nicht viel Technik: Eine Uhr reicht eigentlich schon. Einige Sportuhren haben Sensoren, welche den Laufstil optimieren helfen und dafür Parameter liefern, etwa die Vertikalbewegung, die Schrittlänge und die Bodenkontaktzeit. Wer Triathlon-Ambitionen hat, benötigt wiederum eine Uhr, die den nahtlosen Wechsel zwischen den drei Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen erlaubt.

Wer Krafttraining zur Verbesserung des gesamten Halteapparates einsetzen möchte, benötigt Lösungen, die beispielsweise die eingesetzten Gewichte und Übungen protokolliert und idealerweise mit Geräten kommuniziert, die in Fitness-Studios genutzt wird, wie in diesem Artikel beschrieben.

Neue Trainingsmethoden wie hochintensives Intervalltraining (HIIT) sind ideale Kandidaten für eine Unterstützung durch Apps – sofern die Übungen vorher nicht durch einen Profi vermittelt wurden. Die kurzen Videoschnipsel in den Apps zeigen oftmals nicht jedes Detail, das zum schonenden Training wichtig wäre. Für etliche Methoden im Ganzkörpertraining hat c't diverse Apps beschrieben, die einerseits für einen roten Faden beim Training sorgen, aber auch die Ergebnisse auswerten helfen.

Wer es erstmal mit konventionellen Fitnesstracker und Sportuhren angehen will, orientiert sich vielfach zuerst an der Hardware, also etwa daran, ob die Geräte GPS an Bord haben, ob sie den Puls optisch oder per Brustgurt messen, ob sich überhaupt externe Sensoren wie etwa für die Trittfrequenz oder die Leistung einbinden lassen. Auch die Featureliste gehört zu den Auswahlkriterien. Für manche ist beispielsweise wichtig, ob man mit dem Band oder mit der Uhr auch schwimmen kann oder ob sie den Schlaf protokolliert.

Bei Fitbit führten Abrisse der Bluetooth-Verbindung zum Smartphone zur skurillen Situation, dass die Karte einer Aktivität den Wegeverlauf einer Radtour von 36 Kilometern zwar genau zeigt, die Länge aber trotzdem mit 600 Metern angab.

Die Geräte hängen aber nicht im luftleeren Raum, sondern sie liefern ihre Daten an herstellereigene Portale: Fitbit ans gleichnamige Portal, Garmin an Connect, bei Polar heißt es Flow, bei Withings Health Mate. Daneben erheben auch Smartphones und kompatible Wearables Fitnessdaten: Apple Health speichert sie lokal im Gerät, bei Android landen sie in der Google-Fit-Cloud.

Insgesamt zeigten sich im c't-Test der Plattformen zwar viele Gemeinsamkeiten der Portale, aber eben auch größere Unterschiede: So kann man bei Fitbit konkret mitloggen, was man isst und trinkt, Garmin und Withings übernimmt nur pauschale Kalorienwerte, wenn man sie mit einer ganz anderen App, nämlich MyFitnessPal erfasst und mit den jeweiligen Konten gekoppelt hat. Insgesamt untersuchte c't 14 Portale, darunter auch solche wie Strava, Endomondo und Runkeeper, die diverse zuliefernde Datenquellen erlauben und den manuellen Datenimport – teils mit Tücken.

Wer Wert auf den Schutz persönlicher Daten legt, wird mit den gängigen Fitnessdaten-Portalen nicht glücklich. In der Regel schließen sie nicht aus, Daten im nichteuropäischen Ausland zu speichern, wo sie diversen Begehrlichkeiten ausgesetzt sind.

Noch am konsequentesten sind Samsung und Apple. Apple macht die Health-Daten ausschließlich im iPhone zugänglich, lässt allenfalls eine verschlüsselte Sicherung in der iCloud zu. Weil viele Nutzer sich aber wünschen, diese Daten auch mit anderen Geräten und Diensten zu teilen, hat Apple ein feinziseliertes Freigabemanagement, was Apps und Dienste bei Apple Health lesen beziehungsweise schreiben dürfen. Samsung Health kann ebenfalls ohne Cloud betrieben werden, hat daher ebenfalls kein Webportal, über das man beispielsweise im Büro mal kurz seine Daten anschmachten könnte.

Bei Garmin sowie diversen Android-Wear-Uhren ist der Betrieb ohne Cloudanbindung zwar irgendwie möglich, allerdings mit Einschränkungen. So lassen sich weiter zurückliegende Daten nicht mehr auswerten und die Synchronisation mit anderen Diensten entfällt dann vielfach ebenfalls, sofern sie nicht direkt mit dem jeweiligen Dienst kommunizieren.

Es gibt auch Sonderlösungen ganz ohne Cloud wie Gadgetbridge. Hier haben die Entwickler ein paar Funktionen zum Anzeigen der gesammelten Fitnessdaten einiger kompatibler Geräte angeflanscht. Allerdings ist der Leistungsumfang längst nicht mit dem der Platzhirsche im Fitness- und Sporttracker-Bereich zu vergleichen.

Lesen Sie mehr darüber wie Technik dabei hilft, fitter zu werden, in c't 10/2019. (mil)