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Fitnesstracker & Co.: Pentagon verbietet Nutzung von Apps mit GPS

US-Soldaten im Einsatz dürfen keine Apps mehr benutzen, wenn diese auf das GPS des Smartphones setzen. Damit reagiert das Pentagon auf Strava & Co.

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Fitnesstracker & Co.: Pentagon verbietet Nutzung von Apps mit GPS

(Bild: Chris Singshinsuk/Shutterstock.com)

Das US-Verteidigungsministerium verbietet Soldaten in Einsatzgebieten die Nutzung von Fitnessdaten-Trackern und Smartphone-Apps, die Standortdaten verraten können. Das teilte das Pentagon am Montag in Washington mit. Apps mit GPS-Positionserkennung könnten persönliche Informationen, Standorte, die Anzahl von Soldaten sowie deren persönliche Routine offenlegen und so ein Risiko für einen Einsatz darstellen, hieß es in einer Erklärung.

Fitness-Apps verraten Soldaten

Anfang des Jahres war die Fitness-App Strava in die Kritik geraten, weil von ihr veröffentlichte Aktivitätskarten Standort und Nutzung von Militärstützpunkten offenbaren können. Strava zeigt auf seiner "Global Heatmap" anonymisiert, wo Nutzer wie viel trainieren. Vor wenigen Wochen geriet dann das finnische Unternehmen Polar in den Blickpunkt, weil dessen Angebote sogar einzelne Militärangehörige bloßstellte. Die Daten waren noch ergiebiger als die von Strava, konnten Reporter damit doch Tausende Individuen identifizieren, die an militärischen Standorten Sport getrieben haben.

In Städten gehen einzelne gelaufene oder mit dem Rad zurückgelegte Wege in der Masse unter. Aber in Konfliktgebieten und Wüsten etwa im Irak oder in Syrien erschien die Karte fast vollständig dunkel – mit Ausnahme kleiner Nadelstiche, die sich als Militärstützpunkte identifizieren lassen. Lassen sich diesen Markierungen einzelne Trainierende zuordnen, sind damit Militärangehörige identifiziert. Derartige Informationen können für Angreifer sehr wertvoll sein. Die US-Streitkräfte leiteten daraufhin eine Untersuchung ein.

(mho)

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