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Flash Memory Summit: Neue SSDs und Controller

Zwar ist der Flash Memory Summit vor allem ein Kongress zu den aktuellen Themen der Flash-Branche, aber ein kleiner Ausstellungsbereich bringt auch Neuheiten hervor.

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Sanmsung stellt eine neue Version seines 3D-V-NANDs, neue Server-SSDs und eine 2,5-Zoll-SSD Mit 16 TByte vor, Toshiba neue NVMe-SSDs in verschiedenen Bauformen. Aber auch andere Hersteller zeigen auf ihren Ständen im Ausstellungsbereich des Flash Memory Summit Neuheiten. Ein kleiner Rundgang.

Seagate baut nicht nur Festplatten. Spätestens mit der Übernahme der Controller-Sparte von LSI hat Seagate auch Flash-Knowhow – LSI hatte davor den Controller-Hersteller Sandforce gekauft. Seagate stellt zwei NVMe-SSDs vor: Die Nytro XF1140 kommt im 2,5-Zoll-Format, die XM1440 als M.2-Karte. Die XF1440 soll Ende Oktober auf den Markt kommen, die XM1440 hingegen erst Anfang nächsten Jahres.

Die XF1440 ist in Kapazitäten zwischen 400 GByte und 1,8 TByte erhältlich. Auch unterscheiden sich die Modelle in der Haltbarkeit: Während etwa die 1,8-TByte-Version nur eine Endurance von 0,3 Drive Writes per Day erlaubt, erlaubt eine etwas kleinere Version mit 1,6 TByte 3 DWPD. Die M.2-Karte XM1440 ist mit bis zu 960 GByte erhältlich. Auch hier gibt es Versionen mit unterschiedlicher Haltbarkeit. Allen gemein ist die Anbindung über vier PCIe-3.0-Lanes.

Memblaze, ein chinesisches Unternehmen, zeigte ebenfalls NVMe-SSDs: Die PBlaze4-Serie kommt mit unterschiedlichen Kapazitäten zwischen 800 GByte und 3,2 TByte (PBlaze4 /C/D750), zusätzlich gibt es das größte Modell mit 6,4 TBye und dem Namen PBlaze4 C950 gegeben. Die kleineren Modelle kommen in der Steckkartenversion mit halber Baulänge und -höhe aus, das große passt nur in ausreichend große Gehäuse. Die 750er Serie ist auch in 2,5-Zoll-Bauform mit SFF8639-Anschluss (U.2) erhältlich.

Beim Lesen sind die kleinen Modelle mit 3 GByte/s etwas langsamer als die 950er, die maximal 3,4 GByte/s schaffen soll. Auch beim Schreiben unterscheiden sich die Werte (2 GByte/s versus 2,5 GByte/s). Die IOPS-Leistungen gibt Memblaze mit 780.000 respektive 800.000 beim Lesen an, beim Schreiben sind es noch 450.000 beziehungsweise 500.000. Im September sollen die SSDs auf den Markt kommen, zu Preisen hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert.

Sandisk zeigte eine neue SATA-SSD. Die CloudSpeed Ultra Gen.II SATA SSD richtet sich nach Unternehmensangaben vor allem an Cloud-Service-Provider und Anbieter von Software Defined Storage. Sie ist in Kapazitäten mit bis zu 1,6 TByte erhältlich und soll sich durch einen besonders geringen Preis pro IOPS auszeichnen.

8 TByte in 2,5 Zoll. Dafür braucht der Hersteller Novachips zwei Platinen und eine Bauhöhe von 15 Millimeter.

Große SSDs können aber nicht nur bekannte Hersteller bauen: Das südkoreanische Unternehmen Nocvachips zeigte ein 8-TByte-Modell mit SATA-Anschluss. In normale Notebooks passt dieses aufgrund seiner Bauhöhe von 15 Millimeter nicht hinein, und in Deutschland ist es nicht erhältlich: Nach Angaben des Unternehmens gibt es keinen deutschen Distributor.

Um eine NVMe-SSD zu bauen, braucht man nicht nur Flash-Speicher, sondern auch einen passenden Controller. Silicon Motion zeigte den neuen SM2260, der NVMe spricht und über vier PCIe-3.0-Lanes maximal 4 GByte pro Sekunde übertragen kann. Der SM2260 hat acht Speicherkanäle und unterstützt laut Hersteller MLC, TLC und "das kommende 3D-NAND".

Silicon Motion preist den Controller als "erste Fertiglösung" für Drittanbieter an. Hoffentlich kommt dieser auch in günstigen SSDs für Endanwender zum Einsatz. Etwas dauern wird es jedoch noch: Die Firmware habe noch ein paar Bugs, sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens. Erste Muster will Silicon Motion im ersten Quartal 2016 ausliefern, die Serienfertigung startet voraussichtlch im zweiten Quartal.

Auf der SATA-Seite hat Silicon Motion den SMSM2256 ausgestellt. Er unterstützt TLC und 3D-NAND, acht Speicherkanäle sowie Sicherheitsfunktionen nach TCG Opal.

JMicron brachte den SATA-Controller JMF680 mit. Dieser unterstützt SSDs mit maximal 2 TByte – Samsung könnte mit seinem 2-TByte-Modell der 850 Pro also bald nicht mehr alleine dastehen. JMicron wird den JMF680 jedoch erst im vierten Quartal ausliefern. Zudem kündigte JMicron noch den JMF60F an. Dieser kommt ohne DRAM und ist vor allem für kostengünstige SSDs und den Einsatz in Embedded Devices vorgesehen. Bis zu 510 MByte/s beim Lesen, maximal 300 MByte/s beim Schreiben; und auch die IOPS-Leistungen liegen mit 27.000 (Lesen) und 17.500 (Schreiben) auf eher niedrigem Niveau.

Erste Samples seiner neuen Flashtec-Controller NVMe2016 und NVMe2032 liefert auch PMC aus. Sie unterstützen SSDs bis 20 TByte, NVMe und sollen bis zu eine Million IOPS liefern. Dazu setzt PMC auf eine Verdoppelung der PCIe-Lanes gegenüber aktuellen Controllern: Gleich acht PCIe-3.0-Lanes schnappt sich der Controller vom System. Die Flashtec-Controller sollen wie die bei OCZ gezeigte Server-SSD Z-Drive 6000 Dualport-Fähigkeiten mitbringen. (ll)