Menü

Flash Player "Gala" mit Hardware-Videobeschleunigung unter Mac OS X

vorlesen Drucken Kommentare lesen 75 Beiträge

Erst vor wenigen Tagen hatte Apple das "Video Decode Acceleration Framework" für Mac OS X 10.6.3 veröffentlicht, das hardwarebeschleunigtes H.264-Videodecoding auf Macs mit Nvidia-GPUs GeForce 9400M (MacBook, Mac mini, kleinstes iMac-Modell), GeForce 320M (MacBook Pro mit Core 2 Duo) und GeForce GT 330M (MacBook Pro Core-i-Modelle) unterstützt. Nun hat Adobe, von Apple für die unter Mac OS besonders schlechte Performance und große Absturzfreudigkeit des Flash Player gescholten, eine erste Vorschau des auf dem neuen Framework aufsetzenden Flash Player mit Codenamen "Gala" zum Download (7,4 MByte) bereitgestellt.

Im Vergleich zu den Windows-Versionen des Flash Player veranschlagte die Mac-Version deutlich mehr System-Ressourcen und spielte hochaufgelöste Videos oft nur ruckelig ab. Anders als die Windows-Version des inzwischen als Release Candidate für Windows zur Verfügung stehenden Flash Player 10.1 gab es bis zur Veröffentlichung des "Video Decode Acceleration Framework" unter Mac OS keine Möglichkeit, das Videodecoding an die Grafikkarte auszulagern; dies war bislang Apples QuickTime X vorbehalten.

Bei einem ersten Test auf einem Mac mini (Modell 3,1: Core 2 Duo mit 2 GHz, 3 GByte RAM, Mac OS X 10.6.3) halbierte sich die CPU-Last des als separater Prozess laufenden Flash-Player-Plug-in bei Wiedergabe eines hochaufgelösten YouTube-Videos nahezu (Trailer "The Last Air Bender" in 1080p). Bei der Wiedergabe mit dem Flash Player 10.1 RC2 waren es noch 90 bis 120 Prozent CPU-Auslastung (ermittelt mit der Aktivitätsanzeige von Mac OS X, die bei Multicore-Maschinen alle Kerne zusammenfasst und so auf mehr als 100 Prozent CPU-Auslastung kommen kann). Im Vergleich dazu sank die von dem Plug-in verursachte Last mit "Gala" auf 50 bis 60 Prozent. Dass die Hardwarebeschleunigung funktioniert, zeigt übrigens ein kleines weißes Quadrat in der oberen linken Ecke des Player-Fensters an.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang ein Vergleich mit YouTubes HTML5-Player. Dann kümmert sich Safari selbst um das Abspielen des als H.264 vorliegenden Videos, ohne auf ein externes Plug-in zurückzugreifen. Auf dem Mini verursachte Safari in diesem Fall nur 15 Prozent CPU-Last; das Videodecoding läuft also komplett auf der GPU. Dieses hohe Maß an CPU-Entlastung erreicht man freilich nur auf den oben genannten Macs mit Nvidia-Grafik.

Für einen Schnellschuss sind Adobes Fortschritte erfreulich. Wie der HTML5-Test unterstreicht, liegt jedoch noch ein weiter Weg vor den Programmierern. Es bleibt zudem abzuwarten, ob sich mit Apples-Decoding-Framework überhaupt ein solch hohes Maß an GPU-Beschleunigung erzielen lässt oder ob Apple das seiner eigenen Software vorbehält. (vza)