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Fleischerhandwerk will Chancen der digitalen Welt nutzen

Wenn von Fleischereien die Rede ist, scheint der Gedanke an digitale Gegenwart und Zukunft nicht gerade nahezuliegen. Das soll anders werden – dazu ist die Branche fest entschlossen.

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Nachwuchs_in_Fleischerei

Das Fleischerhandwerk hat Nachwuchssorgen. Gleichzeitig bemüht die Branche sich, den Anschluss an das digitale Zeitalter zu finden – etwa mit Online-Bestellkonzepten und Smartphone-gesteuerten Abhol-Kühlfächern.

(Bild: DFV)

Dass digitale Medien heute alle Bereiche des Alltags durchdringen, merkt man spätestens dann, wenn auch im Traditionshandwerk laut über die schöne neue Welt von Online-Handel und Smartphone-Kommunikation nachgedacht wird. So wollen jetzt auch die Fleischerbetriebe in Deutschland verstärkt mit neuen digitalen Angeboten um Kunden werben.

Ein Ziel seien beispielsweise Bestellungen per Smartphone, sagte Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Im Idealfall könnten Verbraucher Fleisch und Wurst dann auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten abholen – etwa in speziellen Kühlfächern, die sich durch die Eingabe eines Codes auf dem Mobiltelefon öffnen lassen. Auf dem Deutschen Fleischer-Verbandstag, der am morgigen Sonntag (9.10.) in Saarbrücken beginnt und bis Montag stattfindet, wird ein Fleischerbetrieb aus Trier für ein derartiges Konzept mit einem Preis ausgezeichnet.

Dauerbrenner in der Branche sei das Thema Nachwuchs und Fachkräfte, sagte Jentzsch. Viele Betriebe stünden in nächster Zeit zur Übernahme an, es gebe aber zu wenige Fachkräfte, die die Geschäfte fortführen könnten. Weil Ausbildungsplätze immer häufiger unbesetzt blieben, fehlten später auch die entsprechenden Fachkräfte. "Vor zwei Jahren haben wir deshalb eine Nachwuchs-Werbekampagne gestartet", sagte Jentzsch. Die Fleischer befänden sich aber in starker Konkurrenz zu anderen Handwerksberufen. "Es gibt einfach wenig junge Menschen; um die wird hart gerungen."

Dem Verband zufolge ist die Zahl der Fleischerbetriebe in Deutschland im vergangenen Jahr um rund 400 auf 13.158 zurückgegangen. Der Hauptgrund für das Betriebesterben sei der Mangel an geeigneten Nachfolgern für die Betreiber. (psz)