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FlexPai: Royole kommt Samsung mit "faltbarem" Smartphone zuvor

Das Royole FlexPai ist wohl das erste Consumer-Handy, dessen Bildschirm sich falten lässt. Das Konzept wirkt noch unausgegoren.

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FlexPai: Royole kommt Samsung mit "faltbarem" Smartphone zuvor

(Bild: Royole)

Das US-Unternehmen Royole hat mit dem FlexPai das wohl erste faltbare Consumer-Handy auf den Markt gebracht. Das FlexPai ist ein Tablet, dessen Bildschirm sich in der Mitte umbiegen lässt. Dadurch lässt sich das Tablet auch zu einem Handy zusammenfalten. Richtig bündig wird das FlexPai-Handy dabei allerdings nicht, wie Produktfotos zeigen.

Im ungefalteten Modus funktioniert das FlexPai wie ein einigermaßen normales Tablet mit einer Display-Auflösung von 1920 × 1440 Pixeln. Im zusammengefalteten Zustand hat das FlexPai praktisch drei OLED-Displays, die sich separat nutzen lassen: einen vorderen, einen hinteren und einen seitlichen Bildschirm, der entfernt an das Edge-Display früherer Samsung-Smartphones erinnert. Laut Royole lässt sich das FlexPai mindestens 200.000 Mal umbiegen.

Faltbare Handys geistern schon seit Jahren durch die Medien, mehr als Prototypen hat es bisher aber nicht gegeben. Nun läutet mit Royole ein vergleichsweise kleines Unternehmen das Zeitalter der faltbaren Mobiltelefone ein. Andere Hersteller werden folgen.

Inwiefern das FlexPai nun aber besser funktioniert als herkömmliche Smartphones, muss der Test zeigen. In Fotos und Animationen wirkt das Konzept unausgegoren: Im gefalteten Zustand soll das FlexPai laut Hersteller Royole so portabel wie ein Smartphone sein – es sieht aber eher so dick aus wie ein Portemonnaie. Außerdem muss sich zeigen, ob der Biegemechanismus am Gehäuse nicht mit der Zeit ausleiert oder gar bricht.

Auch auf der Software-Seite hat Royole Zusatzaufwand. Das FlexPai läuft mit einem Fork von Android 9, die im Vergleich zu Normalo-Handys einige Extra-Aufgaben bewältigen muss. Beispielsweise muss sichergestellt werden, dass man nicht ständig versehentlich irgendeine App oder Funktion aktiviert, wenn man das zusammengefaltete Handy in der Hand hält. Außerdem muss das Betriebssystem in der Lage sein, alle drei Touch-Bildschirme im Handy-Modus separat anzusteuern und dann auf einen einzelnen Bildschirm umzustellen, wenn es in den Tablet-Modus versetzt wird – am besten ohne zu große Wartezeiten.

Das FlexPai kommt vorerst nur in China auf den Markt.

(Bild: Royole)

Faltbare Handys haben aber auch Vorteile: Biegsame Bildschirme gehen beim Sturz weniger schnell kaputt als die Glas-Displays herkömmlicher Handys. Außerdem haben solche Handys das Potenzial, mehrere Gerätetypen zu verbinden – auch wenn das beim FlexPai noch nicht komplett praktikabel aussieht. Bald wissen wir, ob Samsung das besser macht: Die Südkoreaner wollen wohl noch in dieser Woche ihr eigenes faltbares Handy vorstellen.

Die Hardware des FlexPai liest sich überraschend gewöhnlich: Eine Dualkamera mit 16 und 20 Megapixeln schießt Fotos, im Inneren arbeiten ein Snapdragon-Prozessor und je nach Ausführung 6 oder 8 GByte RAM. Der Speicher von128 GB oder 256 GB lässt sich per MicroSD-Karte erweitern. Das FlexPai ist aktuell nur auf dem chinesischen Markt verfügbar und kostet dort umgerechnet 1140 Euro. Ob und wann das Biege-Handy nach Europa kommt, ist nicht bekannt. (dahe)

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