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Florida bekommt neue Stadt für selbstfahrende Vehikel

In Florida entsteht eine solarbetriebene Stadt für 50.000 Einwohner. Sie soll als Labor für neue Technik dienen, darunter autonome Fahrzeuge. Noch dieses Jahr ziehen die ersten Einwohner ein.

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Solarpanele auf grüner Wiese

Babcock Ranch soll seinen Strombedarf mit einer riesigen Solaranlage ausgleichen.

(Bild: Kitson & Partners)

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Das Logo der in Südwestflorida, nördlich Fort Myers', gelegenen Backcock Ranch

(Bild: Kitson & Partners)

Eine neue Stadt in Florida will Labor für neue Technik sein. Sie heißt Babcock Ranch und soll dereinst in 19.500 Wohngebäuden etwa 50.000 Einwohnern ein Zuhause bieten. Die Rede ist von 20.000 Arbeitsplätzen. In Babcock Ranch soll sich zeigen, wie echte, technikaffine Amerikaner im Alltag auf neue Technik reagieren und damit umgehen. Noch dieses Jahr wird es selbstfahrende Shuttlebusse und Gigabit-Glasfaseranschluss für jedes Haus geben. Im Herbst kommen die ersten Einwohner und die erste Schule eröffnet.

Das Konzept der Entwicklerfirma Kitson & Partners legt großen Wert auf Nachhaltigkeit, wozu auch die laut Angaben größte Solaranlage der Welt gehört. Auf 1,8 Quadratkilometeren werden Solarzellenpanele aufgebaut, die 74,5 MW Nennleistung haben. Dazu kommen Solarpanele auf den Dächern gewerblicher Gebäude. Das soll, übers Jahr gerechnet, mehr Strom produzieren als in Babcock Ranch gebraucht wird. Ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz Floridas sichert die Stromversorgung bei Dunkelheit und an diesigen Tagen.

"Die ersten vier Einwohner haben ihre Immobilien gekauft", berichtete am Montag John Lambert, Chef der Beraterfirma Unmanned Systems Research and Consulting, auf der Drohnenmesse Xponential 2017 in Dallas. Zwei Ehepaare haben zugeschlagen. Nach ihnen wird jeweils ein See in Babock Ranch benannt.

Im November kommen Snowbirds und selbstfahrende Shuttlebusse

John Lambert auf der Xponential 2017

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

In der ersten Ausbauphase soll das Zentrum mit High School, Veranstaltungseinrichtungen, Restaurants, Geschäften, Büros, Betrieben, natürlich einem Startup-Inkubator und Wohnhäusern entstehen. Es liegt am westlichen Rand des insgesamt 68 Quadratkilometer großen Gebiets. Bei der Planung des Zentrums sei speziell auf die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern Rücksicht genommen worden, was in Nordamerika auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Später sollen vier Dörfer mit Grundschulen und fünf kleine Siedlungen dazukommen. Alle bebauten Gebiete sollen mit Radwegen vernetzt sein, und mit Straßen, die so angelegt sein sollen, dass sie autonomen Kraftfahrzeugen ideale Bedingungen bieten. Wie gut das funktioniert, muss sich zeigen. Auch das ist Zweck des Projekts. Die gemachten Erfahrungen sollen der weiteren Entwicklung von Technik aber auch weiteren Siedlungsprojekten in anderen Landesteilen zugutekommen.

Im November soll das Stadtleben richtig losgehen in Babcock Ranch. Dann werden die ersten "Snowbirds" erwartet – Menschen aus nördlicheren Regionen, die in Florida überwintern. Im November sollen auch die ersten selbstfahrenden Shuttlebusse den Betrieb aufnehmen. Die Fahrgäste werden für jede Fahrt bezahlen müssen. Für 2021 erwartet Lambert eine Flotte 50 autonomer Shuttles.

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