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Floridas Wahlcomputer führen erneut Eigenleben

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Obwohl die Kongresswahlen in den USA, bei denen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie 33 Sitze im Senat zur Disposition stehen, offiziell für den 7. November anberaumt sind, ist der Stimmabgabeprozess in den Vereinigten Staaten bereits voll im Gang. Insgesamt 23 Bundesstaaten bieten ihren Bürgern per "Early Voting" (auch "Vote Banking" genannt) die Möglichkeit, Stimmen bereits rund zwei Wochen vor dem eigentlichen Urnengang abzugeben. Gebrauch können davon Personen machen, die am eigentlichen Wahltermin verhindert sind, etwa wegen eines Krankenhausaufenthalts oder einer Auslandsreise.

In Florida zeigt sich beim "Early Voting" allerdings, dass die im Vorfeld der Wahlen befürchtete Unzuverlässigkeit von Wahlcomputern nackte Realität ist. Die Tageszeitung Miami Herald berichtet von teilweise haarsträubenden Verhältnissen bei der Stimmabgabe an eVoting-Maschinen im Sonnen-Staat. Auffallend häufig wollen die Geräte demnach Stimmen, die eigentlich für demokratische Kandidaten abgegeben wurden, den republikanischen Kontrahenten zuordnen. "Ich bin schockiert", zitiert der Miami Herald einen Wähler, der erst unter Mithilfe eines Wahlhelfers und nach mehreren Versuchen seine Stimme für den von ihm präferierten Kandidaten abgeben konnte.

Von offizieller Seite wird das Problem damit erklärt, dass einige der verwendeten Maschinen bereits sehr häufig im Einsatz gewesen seien und normale Abnutzungserscheinungen zeigten. So könne es vorkommen, dass die einzelnen Buttons des Touchscreen-Displays nicht mehr korrekt auf der Matrize zum Liegen kommen. Die Wahlhelfer wurden angewiesen, in einem solchen Fall eine Neukalibrierung des Bildschirms durchzuführen. In Miami-Dade wurden zwei Maschinen ganz aus dem Verkehr gezogen, nachdem sie wegen Defekten den Dienst quittiert hatten. Laut der örtlichen Wahlleitung sollen keine Stimmen verloren gegangen sein.

Florida hatte im Rahmen der Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren damit begonnen, "Early Voting" einzuführen, was damals von mehr als einer Million Bürger genutzt wurde. Der Wahlprozess war jedoch mit zahlreichen Pannen verbunden. So wurden beispielsweise im Volusia County die abgegebenen Stimmen versehentlich gelöscht. Hartnäckig halten sich auch Vorwürfe, dass in Florida Wahl-Computer gehackt und Wahlergebnisse gezielt manipuliert wurden. In einigen Bezirken stellte der spätere Wahlausgang die eigentlich zu erwartenden Ergebnisse auf den Kopf. (pmz)

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