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Flug in die USA? Handy aufladen!

Bei Überseeflügen in die USA müssen mitgebrachte elektronische Geräte ab sofort aufgeladen sein. Sie einzuschalten soll beweisen, dass keine Bombe drin ist.

Ab sofort müssen Handys, Laptops und andere elektronische Geräte aufgeladen sein, wenn sie an Bord eines Flugzeugs mit direktem Ziel in den USA gebracht werden sollen. Das hat die US-Behörde Transport Security Administration (TSA) festgelegt. Passagiere können gezwungen werden, ihr elektronisches Gerät einzuschalten. Das soll offenbar beweisen, dass es sich um ein echtes Gerät handelt und nicht um eine Attrappe, in der eine Bombe versteckt ist. "Stromlose Geräte werden nicht an Bord des Luftfahrzeugs gelassen", schreibt [1] die TSA auf ihrer Website.

Flugpassagier mit Laptop. Bluetooth-Anzeige: "Neues Gerät gefunden: AIrbus 310. Auto-Konfiguration: 'Start' oder 'Abbrechen'?"

Die Schlagseite aus der c't 1/2003.

(Bild: Ritsch-Renn für Heise. Die Verwendung wird c't-Lesern zum individuellen Gebrauch gestattet. Jede Weiterverbreitung / Wiederveröffentlichung ist untersagt.)

Und das ist nicht genug der Sanktion: "Der Reisende könnte außerdem einer zusätzlichen Untersuchung unterzogen werden." Die neue Regel gilt für "bestimmte Flughäfen in Übersee", die aber nicht aufgelistet werden.

Die TSA ist eine Abteilung des Ministeriums für Heimatsicherheit. Dessen Chef Jeh Johnson [2] (Demokratische Partei) hatte vorige Woche angeordnet, "an bestimmten Flughäfen in Übersee verstärkte Sicherheitsvorkehrungen" einzuführen. Die Ladepflicht für Handy & Co dürfte ein Ausfluss dieses kurz vor dem US-Nationalfeiertag erteilten Befehls sein.

Die offizielle Mitteilung [3] des Ministers verrät keine Details. "Wir werden darauf hinarbeiten, dass diese notwendigen Schritte Reisende so wenig wie möglich stören", schrieb Johnson. "Wir teilen aktuelle und relevante Informationen mit unseren ausländischen Partner und konsultieren die Luftfahrtindustrie." Für die neuen Sicherheitsmaßnahmen ist die US-Regierung auf die Kooperation der ausländischen Partner angewiesen.

Dabei helfen die Auslandsagenten der TSA, deren Akronym dem englischen Wort für Zar gleicht: TSAR (TSA Representative). Sie sind an diplomatischen Vertretungen stationiert. Unter anderem überprüfen die TSARs, ob Flughäfen mit direkten Verbindungen in die USA die TSA-Vorgaben einhalten. Außerdem "unterstützen" TSA-Mitarbeiter bestimmte Länder bei der Ausbildung und Ausstattung von Sicherheitspersonal sowie bei der Gesetzgebung in Fragen der Luftfahrtsicherheit.

Zum Thema elektronische Geräte in Flugzeugen siehe auch:


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-2250340

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.tsa.gov/press/releases/2014/07/06/enhanced-security-measures-certain-airports-overseas
[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Jeh_Johnson
[3] http://www.dhs.gov/news/2014/07/02/statement-secretary-johnson
[4] https://www.heise.de/meldung/Laptops-im-Flugzeug-sind-gefaehrlich-als-Projektile-2083009.html