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Flutkatastrophe in Thailand: Lieferschwierigkeiten bei Festplatten erwartet

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Die Festplattenbranche rechnet mit negativen Auswirkungen der schweren Flutkatastrophe in Thailand, das zu weiten Teilen unter Wasser steht. Marktführer Western Digital fertigt in Thailand etwa 60 Prozent seiner Laufwerke und hat sein Werk im Bang Pa-in Industrial Park in der Provinz Pathum Thani nördlich der Hauptstadt Bangkok bereits Mitte letzter Woche geschlossen. Inzwischen teilte der Hersteller mit, dass dort Wasser eingedrungen sei und Geräte beschädigt worden seien. Nachdem am Montag auch noch ein Damm überspült wurde, bedrohe das Hochwasser außerdem den zweiten Produktionsstandort im Navanakorn Industrial Park. Auch bei Konkurrent Toshiba, der etwa 50 Prozent seiner Festplatten in Thailand fertigt, stehen die Bänder still.

Die Flutkatastrophe hat außerdem die Zulieferer erreicht: Die Firma Nidec Corp, die 70 Prozent aller Festplattenmotoren weltweit fertigt, hat Niederlassungen in der überschwemmten Stadt Ayutthaya. Der US-amerikanische Hersteller Hutchison Technology, der dort den Großteil der weltweit hergestellten Aufhängungen für Festplattenlaufwerke fertigt, musste den Betrieb inzwischen einstellen und versucht stattdessen, den Ausstoß in seinen amerikanischen Werken zu steigern.

Western Digital rechnet aufgrund der Produktionsausfälle und zu erwartender Lieferschwierigkeiten von Zulieferern inzwischen damit, die Nachfrage im laufenden Quartal nicht decken zu können. Dies werde voraussichtlich auch das Geschäftsergebnis im weiteren Verlauf des Quartals "signifikant" beeinflussen. Genaueres will der Hersteller morgen bekannt geben, wenn er seine Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2012 vorlegt.

Die Marktanalysten von IHS iSuppli rechnen damit, dass sich angesichts drohender Lieferschwierigkeiten der Festplattenhersteller das Angebot an Laufwerken in den kommenden Wochen – möglicherweise bis ins erste Quartal 2012 hinein – verknappen könnte. Auch weiter steigende Preise werden erwartet. (boi)