FoeBuD-Ausweis kommt im Ausland gut an

Der vom FoeBuD ausgegebene nichtamtliche Ausweis wird in den Niederlanden vielerorts zur Identitätskontrolle akzeptiert. In Deutschland wird dabei ungleich häufiger auf die Vorlage des richtigen Ausweises geachtet.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 116 Beiträge
Von
  • Detlef Borchers

Der seit Ende 2011 von den Datenschutzaktivisten des FoeBuD ausgegebene nichtamtliche Lichtbildausweis wird in den Niederlanden von etlichen Behörden bei der Personenüberprüfung akzeptiert. Dies berichtet der niederländische Journalist Brenno de Winter, der den Ausweis bei verschiedenen Anlässen einsetzen konnte. So wurde de Winter mit dem privaten Ausweis unter anderem der Zutritt ins nationale Cyber-Abwehrzentrum gestattet.

Die Vorderseiten der Ausweise im Vergleich

(Bild: Detlef Borchers)

Der vom FoeBuD vertriebene Ausweis ist für Situationen gedacht, in denen Firmen eine Identitätskontrolle durchführen, ohne dass sie dazu verpflichtet sind. Er soll es seinen Inhabern nach Angaben des FoeBuD gestatten, ein Stück weit anonym zu bleiben. So gibt es auf dem nichtamtlichen Lichtbildausweis keinen RFID-Chip, der biometrische Daten speichern kann. Bedingt durch die Einführung des neuen Personalausweises (nPA) vor bald zwei Jahren achtet man in Deutschland nach Tests von heise online sehr auf den richtigen Ausweis, so dass der FoeBuD-Ausweis seltener von Nutzen ist. In Hotels, die eine Fotokopie der Ausweispapiere anfertigen, kann er anstelle des nPA eingesetzt werden, für den ein allgemeines Kopierverbot gilt (Ausnahme Banken/Geldwäschegesetz).

Die Rückseiten

(Bild: Detlef Borchers)

Anders sieht es in den Niederlanden aus. Dort konnte der Journalist de Winter seinen nichtamtlichen Ausweis beim Abholen von SIM-Karten und Paketen ohne Probleme vorlegen und ihn auch bei der unlängst beendeten Parlamentswahl einsetzen. Selbst im besonders abgesicherten Nationaal Cyber Security Centrum des Coördinator Terrorismebestrijding en Veiligheid wurde der Ausweis nicht beanstandet, obwohl er keine Angaben zum ausgebenden Staat macht, wie sie auf amtlichen Ausweisen in der Europäischen Union vorgeschrieben sind.

Im Unterschied dazu konnte sich heise online anlässlich der Vorstellung der Neonazi-Datei im Gemeinsamen Terrror-Abwehrzentrum (GTAZ) des Bundes und der Länder nur mit echtem Ausweis, Presseausweis und Vorab-Fax an das Bundeskriminalamt zur Personen-Überprüfung anmelden. "Dass unser Lichtbild-Ausweis aber so gut ankommt wie in den Niederlanden, hätten wir nicht gedacht", kommentierte Padeluun vom FoeBuD das Entgegenkommen der niederländischen Behörden. (mho)