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Förderung der E-Mobilität: "Elektroautos brauchen mehr als nur Kaufprämie"

Dank einer Prämie, die dem deutschen System ähnelt, kaufen mehr Belgier neuerdings Elektroautos. Doch ihr Marktanteil ist immer noch minimal. Die Autobranche hält dauerhafte Anreize für nötig.

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Elektroauto

(Bild: dpa)

Elektroautos brauchen neben einer Kaufprämie nach Expertenmeinung vor allem einen langfristigen Steuervorteil. "Es ist nicht die Prämie, die das Verhalten der Autokäufer grundlegend ändern wird", sagte die Fachfrau für ökologische Fahrzeuge beim belgischen Auto-Branchenverband Febiac, Sophie Poidevin, gegenüber dpa.

Poidevin reagierte mit dieser Einschätzung auf die jüngsten Auswirkungen der flämischen Kaufprämie für Elektroautos, die den deutschen Kaufanreizen ähneln. In Flandern wurden im ersten Halbjahr 2016 gut 6,5 Mal mehr Elektroautos zugelassen als im gesamten Vorjahr.

"In Deutschland ist das System etwa so wie in Flandern", sagte Poidevin zu den Kaufanreizen. Für eine längerfristige Wirkung müssten die Verbraucher aber auch dauerhaft mit Steuererleichterungen rechnen können, über eine Wahlperiode hinaus.

Elektroautos in Deutschland (55 Bilder)

BMW produziert den i3 seit September 2013, in Deutschland wurde er ab November 2013 ausgeliefert. Grundpreis: 35.000 Euro. BMW gibt die Reichweite mit bis zu 200 km im Alltagsbetrieb an.

"Die Maßnahmen der flämischen Regionalregierung haben wirklich eine Steigerung bewirkt", sagte Poidevin. Seit Jahresbeginn bekommen Käufer von Elektroautos in Belgiens nördlichem Landesteil eine Prämie von 2500 bis 5000 Euro.

Vor allem im Januar und Februar seien viel mehr entsprechende Fahrzeuge verkauft worden – "aber es beginnt zu stagnieren", sagte die Expertin. In den ersten sechs Monaten waren es 497 E-Autos nach 75 im gesamten Vorjahr. Das entspreche einem Anteil von 0,35 Prozent aller Neuzulassungen in Flandern, sagte Poidevin.

In Deutschland gibt es für reine Elektrofahrzeuge mit Batterie 4000 Euro "Umweltbonus", wie die Prämien heißen – davon je 2000 Euro vom Bund und vom Hersteller. Bei Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3000 Euro (je 1500 vom Staat und vom Hersteller). Die Förderung gilt rückwirkend für E-Autos, die seit dem 18. Mai gekauft wurden.

Der flämische Energieminister Bart Tommelein hat in diesem Jahr fünf Millionen Euro für die Kaufprämien zur Verfügung. Die jüngsten Verkaufszahlen hatte der Minister kürzlich positiv interpretiert: "Das Elektroauto ist endlich aus den Startlöchern gekommen."

Sein Ziel, die Verkaufszahlen bis 2020 nennenswert und dauerhaft zu steigern, wird nach Einschätzung der Branchen-Expertin aber schwer zu erreichen sein, "wenn die Zahlen so bleiben, wie sie sind". Es sei aber schwer zu sagen, ab wie viel Prozent Anteil die Elektrofahrzeuge als am Markt durchgesetzt angesehen werden können.

1,3 Millionen Elektroautos weltweit (3 Bilder)

Weltweiter Bestand an Elektrofahrzeugen 2009 bis 2016 (Bild: ZSW)

(dpa) / (jss)

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