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Förster schrecken Holzdiebe mit GPS-Technik ab

Wer Holz aus niedersächsischen Wäldern stiehlt, geht ein hohes Risiko ein. Das war vor einigen Jahren noch anders. GPS-Tracker sorgen inzwischen dafür, dass Diebe leichter gefasst oder abgeschreckt werden.

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Förster schrecken Holzdiebe mit GPS-Technik ab

(Bild: Landesforsten)

GPS-Tracker in Baumstämmen schrecken professionelle Holzdiebe ab. Zu diesem Schluss sind die Niedersächsischen Landesforsten gekommen, die die Minitracker seit fünf Jahren in gefälltes Holz in den Wäldern einbauen. Seitdem werden deutlich weniger Bäume gestohlen. Zudem konnten Förster durch die satellitengestützte Technik schon mehrfach den Transportweg entwendeter Stämme nachverfolgen.

Wegen der guten Erfahrungen sollen die Tracker weiterhin eingesetzt werden. "Die Kosten sind im Vergleich zur Schadenssumme vor Einführung der Forst-Tracker relativ gering", sagte der Sprecher der Landesforsten, Michael Rudolph. Die Technik hatte sich zuvor bereits in Hessen bewährt.

Täter benutzen Lastwagen mit Kränen

Vor dem Einsatz der GPS-Technik hatten Diebe vor allem im südlichen Niedersachsen mehr Holz gestohlen. Immer wieder verschwanden Stämme, die Forstwirtschaften in den Wäldern von Harz und Solling zum Abtransport bereit gelegt haben. Die Diebe hatten es vorwiegend auf Fichten, Lärchen und Douglasien abgesehen. Auch Eiche, Buche, Ahorn oder Kirsche wurden gestohlen. Die beachtliche Größe vieler Stämme war für die professionellen Täter kein Hindernis: Sie nutzten nach Erkenntnissen der Polizei meist spezielle Lastwagen mit Kränen.

Technik schon mehrfach zum Einsatz gekommen

Um Diebe besser fassen zu können, wurden 2013 erstmals GPS-Tracker eingesetzt, die nicht größer als eine Streichholzschachtel sind. Sie senden bei Erschütterungen oder Positionswechseln Signale aus, die eine Ortung ermöglichen. So konnte mehrmals der Transportweg des gestohlenen Holzes nachverfolgt werden, sagte Sprecher Rudolph.

2016 etwa wurde gestohlenes Brennholz mit Hilfe der GPS-Technik ineinem Braunschweiger Restaurant aufgespürt. Der Betreiber gab an, er habe das Holz für seinen Pizzaofen von einem Unbekannten erworben. Der Wirt wurde wegen Hehlerei zu 1000 Euro Geldstrafe verurteilt.

[Update 14.05.2018 – 14:45 Uhr] Im Text war ursprünglich mehrfach von GPS-Sendern anstatt GPS-Trackern die Rede. Das wurde korrigiert. (fwa)

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