Fokus auf Datenschutz: Verizon Media startet Suchmaschine OneSearch

Verizon Media startet mit OneSearch eine neue Suchmaschine, die den Fokus auf den Datenschutz legt. Die Basis dahinter ist Bing.

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(Bild: Screenshot OneSearch)

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OneSearch soll eine Suchmaschine sein, die den Datenschutz ernst nimmt und so gut wie nichts über den Nutzer speichert. Im automatisch voreingestellten Advanced Privacy Mode löscht sie nach einer Stunde sogar den verschlüsselten Link zu den Suchergebnissen. Dahinter steckt das Unternehmen Verizon Media, Basis ist Bing, die Suchmaschine von Microsoft.

Mit OneSearch werden alle Anfragen verschlüsselt. Die Suchmaschine speichert keine Verläufe, IP-Adressen und Standorte. So ist es nicht möglich, Nutzerprofile zu erstellen. Die Ergebnisse werden entsprechend dann auch nicht an den Nutzer angepasst, wie es etwa bei Google der Fall ist. Es gibt kein Cookie-Tracking oder Retargeting. Da keine Daten gespeichert werden, können sie auch nicht an Werbetreibende weitergeleitet oder verkauft werden. Anzeigen soll es trotzdem geben, aber eben nicht personalisiert, sondern kontextbasiert – auf Grundlage der aktuellen Suchanfrage.

Bisher ist OneSearch als Desktop- und Mobile-Web-Variante für Nordamerika optimiert, sie lässt sich aber auch hierzulande testen. Neben der Auswahl zwischen Textquellen, Bildern und Videos, kann man eine Art Kinder-Sicherheit einstellen; "kein Filter", "keine expliziten Bilder" und "keine Erwachsenenbilder". Die Suchmaschine soll sich künftig auch von anderen Unternehmen in die eigenen Produkte integrieren lassen. Ein Start-Termin für andere Regionen ist noch nicht bekannt. iOS- und Android-Versionen sollen in Kürze erscheinen.

Hauptkonkurrenz für OneSearch dürfte DuckDuckGo sein. Die Suchmaschine hat einen ähnlichen Fokus auf den Datenschutz, gibt ebenfalls keine Informationen weiter und blockiert Tracker. Ab März steht sie beim Einrichten eines Android-Geräts als Standard-Suchmaschine zur Auswahl. Google durfte nach einem EU-Urteil nicht weiter nur die hauseigene Suchmaschine anbieten.

Zum Mutterkonzern Verizon gehören auch Yahoo und AOL. Die New Yorker betreiben die beiden Unterseekabel Ulysses 1 und 2. Zu den Enthüllungen Edward Snowdens gehörte auch, dass Verizon der NSA Verbindungsdaten zugänglich machte. Dafür bekam das Unternehmen dicke Zahlungen. Auch der Deutsche Bundestag wurde von dem Provider bedient, beendete die Zusammenarbeit jedoch 2014 kurz nach Bekanntwerden. (emw)