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Ford will in Europa alle Modelle auch elektrisch anbieten und Stellen abbauen

Künftig soll jede Ford-Modellreihe eine elektrifizierte Antriebsoption erhalten. Zu weiteren Plänen des Unternehmens gehören auch Stellenstreichungen.

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Ford will in Europa alle Modelle auch elektrisch anbieten und Stellen abbauen

Focus Electric

(Bild: Ford)

Der Autohersteller Ford will in Europa möglichst schnell in die Gewinnzone zurückkehren. Dabei setzt der Autohersteller auf "höhere Profitabilität und reduzierte Strukturkosten, parallel entstehen ein fokussiertes Modellangebot und eine neue Struktur". Weiter geht aus einer Ford-Mitteilung hervor, dass das Produktportfolio um komplett neue Elektrofahrzeuge sowie elektrifizierte Versionen für alle Modelle erweitert werden soll.

Zuerst mit dem neuen Ford Focus soll künftig jede Ford-Modellreihe eine elektrifizierte Antriebsoption erhalten. "Dies betrifft komplett neue Modelle sowie neue Varianten bestehender Modelle", schreibt das Unternehmen. Vom Fiesta bis zum Transit wird Ford dann jede Modellreihe entweder mit einem Mild-Hybrid, Voll-Hybrid, Plug-in-Hybrid oder einer batterie-elektrischen Option anbieten. Ford wolle so eines der "umfassendsten Elektrofahrzeug-Portfolios für Kunden in Europa bereitstellen".

Der elektrische Ford Focus. (Quelle: Ford)

Weniger Jobs, weniger Werke

Wegen seines schwächelnden Geschäfts in Europa will Ford außerdem Arbeitsplätze und womöglich ganze Werke streichen. Um die strukturellen Kosten der Europasparte zu verbessern würden "Personalüberhänge sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich in allen Unternehmensteilen abgebaut", teilte der Konzern mit.

"Wir ergreifen wirksame Maßnahmen, um Fords Europa-Geschäft neu aufzustellen", sagte Europachef Steven Armstrong. In einem Interview sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg, das Unternehmen schaue sich alle Optionen an, auch Werksschließungen seien nicht ausgeschlossen.

Elektrische Konkurrenz

Wie viele Jobs dem Umbau zum Opfer fallen sollen und welche Werke gegebenenfalls betroffen sind ließ Ford zunächst offen. Der Konzern will die Personalkosten in Europa nach eigenen Angaben so weit wie möglich durch freiwillige Auflösung von Arbeitsverhältnissen senken und dazu eng mit den Sozialpartnern und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten. Ford beschäftigt auf dem Kontinent rund 54.000 Mitarbeiter vor allem in Deutschland, Großbritannien und Spanien.

Mit seiner Elektrostrategie folgt Ford unter anderem seinem Konkurrenten Volkswagen. Dieser plant, bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr zu bauen und 80 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt zu bringen. Toyota will bis 2025 jedes Modell auch als Elektrovariante anbieten, Opel will 2020 vier elektrifizierte Modellreihen auf dem Markt haben, vier Jahre später sollen sämtliche Modelle auch elektrisch erhältlich sein.

Fords erster elektrischer Pkw ist seit 2011 der Ford Focus Electric, der seit 2013 auch in Deutschland produziert wird. Für die Deutsche Post baut das Unternehmen den Elektrolieferwagen Streetscooter.

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Ende 2011 begann Renault mit dem Verkauf des Kangoo Z.E. zu einem Preis von 24.000 Euro. Er ist nun für gut 26.500 Euro zu haben.
(Bild: Renault)

(anw)

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