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Forderung nach Informatik als Pflichtfach an jeder Schule

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Vor dem Hintergrund des Durchsickerns erster Ergebnisse der neuen PISA-Studie hat die Gesellschaft für Informatik (GI) am heutigen Montag gefordert, der "digitalen Spaltung" in Deutschland entgegenzutreten und die Grundlagen für das Verständnis moderner digitaler Hilfsmittel bereits in der Schulausbildung zu legen. Wie PISA- und TIMSS-Studien zeigten, sei Deutschland bei der Schulausbildung in vielen Fächern höchstens Mittelmaß. Dringend benötigte Innovationen, Ideen und Entwicklungen bräuchten aber kreative Köpfe mit breiter Ausbildung in den grundlegenden Kulturtechniken. Neben Rechnen, Schreiben und Lesen habe sich der souveräne Umgang mit digitalen Medien mittlerweile als vierte Kulturtechnik etabliert, sagte GI-Präsident Matthias Jarke in Bonn.

Zwar würden mittlerweile 83 Prozent der 14-18-Jährigen in Deutschland das Internet nutzen, "zu einem verantwortlichen Umgang mit Computern gehört jedoch mehr, als eine Webseite öffnen oder eine E-Mail schreiben zu können", gab Jarke zu bedenken. Aus diesem Grund habe sich die Gesellschaft für Informatik dafür ausgesprochen, Informatik als Pflichtfach an allgemein bildenden Schulen einzuführen, die Informatik in der gymnasialen Oberstufe zu verankern und sie als vollwertiges Prüfungsfach an weiterführenden Schulen zuzulassen. Zudem fordert die GI, das Fach Informatik nur von entsprechend aus- oder weitergebildeten Lehrkräften erteilen zu lassen.

Obwohl die Ergebnisse der zweiten weltweiten PISA-Schulstudie erst Anfang Dezember offiziell bekannt gegeben werden sollen, sickerte schon jetzt durch, dass deutsche Schüler im internationalen Vergleich weiterhin nur mittelmäßig sind. In allen drei Testdisziplinen sollen sie nur in der unteren Hälfte der Leistungstabelle von 31 Industriestaaten zu finden sein. Beim aktuellen Schwerpunkt Mathematik hätten sie sich allerdings um drei Plätze verbessern können und belegten jetzt den 17. Rang. Für die neue Studie des Programme for International Student Assessment (PISA) waren im Frühjahr 2003 insgesamt 50.000 deutsche Schüler im Alter von 15 Jahren getestet worden. (pmz)

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