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Technology Review

Forscher: Extremwetter keine statistische Anomalie

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Seit Monaten schon plagen Hitze und Dürre Teile der USA und treiben etwa die ohnehin schon hohen Preise für Mais weiter in die Höhe. Im Mittleren Westen hat die Trockenheit in einigen Gegenden bereits solche Ausmaße angenommen, dass sie auf der Dürre-Skala mit der höchsten Stufe D4 eingestuft wurde. D4 bedeutet, dass "ein außergewöhnlicher und weitreichender Verlust an Ernte und Weideland" zu befürchten ist und "Wasserknappheit" droht, weil Quellen und Flüsse trocken fallen.

Der Klimawissenschaftler Thomas Karl, Direktor des National Climatic Data Center (NCDC) glaubt, dass die derzeitige Extremwetterlage bereits Teil des fortschreitenden Klimawandels sein könnte. "Wir sehen in den USA und auch weltweit eindeutig Wetterereignisse, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht vorgekommen sind. Es ist ziemlich deutlich, dass der Mensch dazu beiträgt", sagte er im Gespräch mit Technology Review.

Dies belegten mittlerweile auch Untersuchungen wie eine Studie, die das NCDC über die letzte Hitzewelle in Texas angefertigt hat. "Die wesentliche Aussage war, dass die Hitzewelle stärker ausgefallen ist, als sie geworden wäre, wenn keine fossilen Brennstoffe verbrannt und so die Konzentrationen der Treibhausgase nicht steigen würden." Solche Untersuchungen seien heute dank schnellerer Rechentechnik möglich. "Vor fünf oder zehn Jahren hätten wir die noch nicht machen können. Sie müssen Modelle immer wieder durchrechnen, um die richtige Anzahl von statistischen Samples zu bekommen."

Hinzu komme, dass die Daten heute viel leichter verfügbar seien. "Und ganz ehrlich, die Klimaanzeichen infolge von Treibhausgasen und menschlichen Aktivitäten werden immer stärker. Wenn die Treibhausgas- Konzentrationen steigen, fällt eine Aussage leichter, dass bestimmte Wetterereignisse heftiger ausfallen werden."

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