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Forscher: Gigantische Kollision vor Mondentstehung brachte Wasser auf die Erde

Als die Erde vor 4,4 Milliarden mit einem Protoplaneten kollidierte, entstand wohl nicht nur der Mond. Erst seitdem gibt es hier so viel Wasser, sagen Forscher.

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Mond und Erde, aufgenommen während Apollo 11

(Bild: NASA)

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Unser Wasser ist möglicherweise erst mit der Entstehung des Mondes vor rund 4,4 Milliarden Jahre auf die Erde gekommen. Das haben Forscher der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ermittelt und fügen damit ein weiteres Puzzlestück in das Bild der Geschichte unseres Heimatplaneten ein. Für ihre Analyse haben sie die Eigenschaften von irdischem Molybdän untersucht und daraus nicht nur auf dessen Herkunft geschlossen, sondern auch etwas über die Entstehungsgeschichte des Mondes erfahren. Dessen Vorläufer stammt demnach aus dem äußeren Sonnensystem.

Wie die Wissenschaftler nun erklären, hat sich der Mond nach gegenwärtigen Theorien vor 4,4 Milliarden Jahren gebildet. Damals war demnach ein Himmelskörper mit der Erde kollidiert, der etwa so groß war wie der Mars – ein Protoplanet namens Theia. Dabei gelangte nicht nur Material von Theia auf die Erde, aus den Trümmern entstand der Theorie zufolge auch der Mond. Der stabilisiert seitdem unter anderem die Erdachse und hat damit auch einen eigenen wichtigen Anteil an der Entstehung und dem Fortbestand des Lebens auf der Erde.

Für einen inneren Planeten sei die Erde außerdem ungewöhnlich wasserreich, erläutern die Forscher weiter. Es sei bereits gezeigt worden, dass unser Wasser größtenteils von Himmelskörpern aus dem äußeren Sonnensystems stammt, wo viele wasserreiche Himmelskörper kreisen. Nun haben die Forscher anhand der Verteilung unterschiedlicher Isotopen-Varianten ermittelt, dass das Molybdän auf der Erde zum Teil aus dem äußeren Sonnensystem stammt, führen sie in Nature Astronomy aus. Zugängliches Molybdän sei aber erst spät in der Geschichte der Erde hierher gelangt, der Rest befinde sich schon lange im Erdkern.

Mit ihren Analysen hätten sie nun gezeigt, dass der Großteil des Molybdäns im Erdmantel von Theia auf die Erde gebracht wurde. Der Protoplanet stammte also aus dem äußeren Sonnensystem und allein die gewaltige Kollision reichte ihrer Meinung nach aus, um das gesamte Wasser auf die Erde gebracht zu haben. "Vereinfacht könnte man sagen: ohne Mond kein Leben auf der Erde", ordnet der Planetologe Thorsten Kleine von der Westfälischen Wilhelms-Universität die Untersuchungsergebnisse ein. (mho)