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Technology Review

Ressourcenbedarf: Musik-Streaming ist schlecht fürs Klima

Schottische und norwegische Forscher haben untersucht, welche Form des Musikvertriebs die Erde stärker erwärmen könnte.

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Immer mehr User entscheiden sich für Streaming-Dienste.

Physische Datenträger – egal ob CDs, Konsolenspiele, Bücher oder Filme – befinden sich im Abschwung, stattdessen wird zunehmend gestreamt. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Umwelt? Ein Forscherteam hat sich mit dieser Frage nun für das Musikstreaming beschäftigt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Die Kosten der Musik").

Die Gruppe um den Musikwissenschaftler Matt Brennan von der University of Glasgow, der mit Kollegen an der Universität Oslo zusammengearbeitet hat, beschäftigte sich in ihrer Studie mit den ökonomischen Auswirkungen des modernen Tonträgervertriebs. Musik ist, sind sich die Forscher einig, deutlich günstiger geworden, seitdem man sie im Abo frei Haus erhält.

Sonderlich ökologisch ist das aber nicht. Kyle Devine, Juniorprofessor für Musik in der norwegischen Hauptstadt, meint zwar, dass der Niedergang von CD und Schallplatte den Plastikmüll durch die Musikindustrie reduziert hat. "Aus der Perspektive der CO2-Emissionen hat der Umstieg auf das Streaming zu mit dem Internet verbundenen Geräten jedoch für einen signifikant höheren Ausstoß geführt." Diese Einschätzung bezieht er auf die gesamte Musikgeschichte.

Grund dafür ist die für das Streaming notwendige Infrastruktur – angefangen bei den Servern der Musikfirmen, den Netzbetreibern bis hin zum Endkundengerät. Dazu haben Brennan & Co. errechnet, dass Speicherung und Verarbeitung digitaler Musik "enorme Leistungs- und Energieressourcen" frisst. Dazu haben sie die für die Herstellung von Tonträgern notwendige Kunststoffproduktion in Klimagaseinheiten umgerechnet und mit den Streaminganforderungen verglichen. Ergebnis: Der CO2-Ausstoß liegt deutlich über dem aus früheren Zeiten – und zwar sogar verglichen mit den Boomphasen des Vinyl- und CD-Verkaufs.

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(bsc)