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Forscher arbeiten an Alzheimer-Früherkennung

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Die ersten Anzeichen von Alzheimer lassen sich schon 25 Jahre vor dem ersten größeren Gedächtnisverlust feststellen – zumindest bei erblichen Varianten der Demenzerkrankung. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern um den Neurologieprofessor Randall Bateman von der Washington University School of Medicine, die mit bildgebenden Verfahren und biologischen Tests eine detaillierte Chronologie der molekularen Veränderungen im Körper der Betroffenen erstellt hat, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei finden sich Indizien im Gehirn, die sich mittels Magnetresonanztomographie erfassen lassen, ebenso wie Hinweise in der Rückenmarksflüssigkeit und im Blutbild.

Die Entwicklung von Biomarkern, mit denen der typische Verlauf von Alzheimer verfolgt und vorhergesagt werden kann, wäre für Medikamentenstudien wichtig – auch, weil Veränderungen dieser Moleküle zeigen könnten, dass ein Wirkstoff wirklich greift. Behandlungsverfahren stehen derzeit noch ganz am Anfang. Das liegt unter anderem daran, dass die Patienten die verfügbaren Medikationen normalerweise erst dann erhalten, wenn es schon sichtbare Symptome gibt – und die Hirnschädigung womöglich irreversibel wurde. "Unsere Studie liefert das bislang wohl kompletteste Bild darüber, was sich im Körper verändert, in welcher Reihenfolge und wie stark", sagt Bateman.

Der Forscher nimmt mit seinem Team außerdem an einer Reihe weiterer Studien teil, bei denen geprüft werden soll, ob Alzheimer womöglich verhindert werden kann. Die jeweils zwei Jahre andauernden Untersuchungen werden ebenfalls an Personengruppen durchgeführt, die Gene in sich tragen, die für eine frühzeitig auftretende, erbliche Form von Alzheimer sprechen. Batemans neue Biomarker werden dabei eingesetzt, um zu prüfen, ob es Medikationen geben könnte, die den Ausbruch verhindern oder zumindest verlangsamen können.

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(bsc)