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Forscher bitten um Hilfe bei Lokalisierung von NASA-Aufnahmen

Weit mehr als eine Million Fotos der Erdoberfläche wurden bereits von der Internationalen Raumstation aus gemacht. Bei vielen davon ist aber gar nicht klar, was sie zeigen. Um das zu ändern, sollen nun Internetnutzer in aller Welt ran.

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Die NASA bittet Internetnutzer in aller Welt um Mithilfe bei der Katalogisierung eines immensen Katalogs von Satellitenfotos der nächtlichen Erde. Forscher der Universität Complutense in Madrid haben dazu das Portal Cities at Night eingerichtet, auf dem Interessierte in drei verschiedenen Projekten Fotos lokalisieren können. Die Bilder sind von Astronauten auf der ISS aufgenommen worden, präzise Ortsangaben beziehungsweise die Ausrichtung ihrer Kamera fehlen aber. Deswegen setzen Wissenschaftler nun darauf, dass Menschen beispielsweise ihre Heimatorte wiedererkennen und zuordnen können. Ihre Arbeit soll wertvolle Erkenntnisse zur weltweiten Lichtverschmutzung liefern.

Die Wissenschaftler haben insgesamt drei Projekte eingerichtet, die unterschiedlich schwierig sind. Dark Skies sei dabei das einfachste. Hier müssen die Teilnehmer lediglich festlegen, ob auf einem Bild Städte, Sterne oder andere Objekte zu sehen sind. Hierbei könne jeder helfen, die Unzulänglichkeiten von Algorithmen auszugleichen. Bei Night Cities werde es schon schwieriger, müssen einzelnen Punkten auf den Fotos hier doch Orte auf einer Karte zugeordnet werden. Damit könnten dann Lichtkarten erstellt werden. Auch bei Lost at Night geht es um die Identifizierung aufgenommener Orte, hier ist aber die Perspektive eine andere und es ist vorher nicht zu sagen, ob ein Licht eine große Stadt oder ein Dorf darstellt.

Städte bei Nacht (13 Bilder)

München

Bayerns Landeshauptstadt
(Bild: Earth Science and Remote Sensing Unit, NASA Johnson Space Center)

Bislang haben schon Hunderte von Freiwilligen 20.000 Bilder eingeordnet, aber noch müssten viele davon verifiziert werden. Am Ende sollen belastbare Daten zur Lichtverschmutzung stehen und hoffentlich neue Erkenntnisse. Als Beispiel nennt Alejandro Sanchez von der Universität Complutense die Aufnahmen Madrids und Berlins. Madrid als Hauptstadt eines aktuell krisengeschüttelten Landes strahle deutlich heller als Berlin, die Hauptstadt des wirtschaftlich gesündesten Staats Europas. "Vielleicht ist das ein Hinweis dafür, dass Deutschland mit seinen Ressourcen effizienter umgeht. Die Bilder könnten das beweisen." (mho)

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