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Forscher entschlüsseln 700.000 Jahre alte DNA

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Wissenschaftlern an der Universität Kopenhagen ist es gelungen, die DNA eines Tieres zu sequenzieren, das im Mittelpleistozän gelebt hat. Die rund 700.000 Jahre alte Probe stammt vom Fußknochen eines Wildpferdes und wurde in der Arktis Kanadas entdeckt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Ergebnis ist ungefähr zehn Mal älter als alles, was Forscher bislang sequenzieren konnten. "Wir haben die Zeitgrenze durchbrochen", sagt Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen, der die Studie geleitet hat. Es zeige sich, dass eine DNA-Analyse auch noch bei deutlich älteren Proben möglich sei, als bislang gedacht. Das erlaubt potenziell völlig neue Forschungsansätze.

Die bereits vor zehn Jahren entdeckten Knochen enthielten Kollagen- und andere Proteinbausteine, die durch den Permafrostboden erhalten geblieben waren. Das Forscherteam kombinierte verschiedene Sequenzierungstechniken, um den Maximalbereich an DNA abzudecken. Dabei wurden Standardsequenzierungsverfahren der neuesten Generation durch eine Einzelmolekülsequenzierung ergänzt, die DNA direkt auslesen kann, ohne dass eine Aufbereitung (Verstärkung) notwendig ist, bei der Teile des genetischen Codes standardmäßig verloren gehen.

Willerslev und sein Team rechnen damit, dass in künftigen Studien noch weiter in die Vergangenheit gereist werden kann. "Höchst wahrscheinlich bis zu einer Million Jahre", wie Ludovic Orlando, Co-Autor der Forschungsarbeit und ebenfalls an der Universität Kopenhagen beschäftigt, meint. Ein solch tiefer Blick in die evolutionäre Vergangenheit dürfte seiner Meinung nach die Detailgenauigkeit, mit der wir unsere eigene Herkunft und Entwicklungsgeschichte analysieren können, deutlich verbessern. "Und das gilt für nahezu jede andere lebende Spezies auf dem Planeten auch."

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(bsc)