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Forscher melden drastisch verringerten Aufwand für Quanten-Entschlüsselungen

Wann werden Quantencomputer verbreitete Codes knacken? Nach neuen Erkenntnissen könnte es viel früher so weit sein, als Sicherheitsexperten erwartet haben.

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(Bild: "Quantum Supremacy" / Steve Jurvetson / cc-by-2.0)

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Bislang ging man davon aus, dass verbreitete Verschlüsselungsverfahren noch mehrere Jahrzehnte lang auch vor Quantencomputern sicher sein würden – diese sind zwar grundsätzlich besser in der Lage als klassische Rechner, bestimmte Codes zu knacken, brauchen dafür aber weitaus mehr Quantenbits, als derzeit zur Verfügung stehen. Forscher von Google und in Schweden haben jetzt jedoch neue Methoden veröffentlicht, die den Ressourcen-Aufwand für Quanten-Entschlüsselung um fast zwei Größenordnungen verringern. Das berichtet Technology Review online in „Code-knackende Quantencomputer kommen näher“.

Verfahren wie der weit verbreitete RSA-Algorithmus basieren auf mathematischen „Falltür“-Funktionen, die in eine Richtung gut funktionieren, in die andere aber nicht. Dies erleichtert das Verschlüsseln von Daten, während das Entschlüsseln ohne den richtigen Schlüssel extrem schwierig ist. Die Sicherheit dieser Systeme basiert also auf der Tatsache, dass klassische Computer enorm viel Zeit brauchen würden, um sie zu knacken. Tatsächlich gilt es als praktisch unmöglich, auf diese Weise Codes mit einer Länge von mehr als den heute üblichen 2048 Bit zu knacken.

Nach ersten schnellen Fortschritten wurde bislang erwartet, dass auch Quantencomputer damit in der Praxis damit noch lange überfordert sein werden, weil sie bei weitem nicht über die erforderlichen Milliarden von Qubits verfügen (die besten haben aktuell bis zu 70 Qubits). Mit neuen Rechen-Methoden hat das Forscher-Team jetzt jedoch erreicht, dass für eine 2048-Bit-Entschlüsselung innerhalb von acht Stunden nur noch 20 Millionen Qubits benötigt würden. „Im Ergebnis ist die Worst-Case-Schätzung dafür, wie viele Qubits zur Faktorisierung von RSA-Zahlen mit 2048 Bit gebraucht werden, um fast zwei Größenordnungen gesunken“, schreiben die Forscher.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)