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Forscher schalten Fettzellen ab

Mäuse, die genetisch so verändert wurden, dass ihnen ein Enzym fehlt, das vor allem in Fettzellen steckt, können fast alles fressen, nehmen dabei aber kaum zu. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von Robin Duncan, Postdoc-Fellow am Labor von Hei Sook Sul an der University of California in Berkeley. Die Forscherin fand heraus, dass die Blockade des Enzyms offenbar dazu führt, dass die Fettzellen kein Fett mehr speichern können, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Was wie ein Traum für Menschen mit Übergewicht klingt, hatte allerdings auch Nachteile: Das fehlende eingelagerte Fett sorgte dafür, dass eine Insulin-Resistenz entstand, ein schwerwiegender Diabetes-Risikofaktor. Duncans Team sucht nun nach Wirkstoffen, die die Aktivität des betroffenen Enzyms nur leicht senken, um das Risiko einer Zuckererkrankung zu minimieren. "Wenn man die Aktivität des Stoffes einschränkt, statt sie komplett aufzuheben, sollten wir positive Auswirkungen auf die Fettmobilisierung und Fettverbrennung feststellen können, ohne dass es unschöne Nebenwirkungen gibt", meint Duncan, deren Paper kürzlich in "Nature Medicine" erschien.

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Die Berkeley-Forscher schufen Mäuse, denen das fettspezifische Phospholipasenenzym A2, kurz AdPLA, fehlte. Die Mäuse besaßen einen normalen Appetit: Sie aßen ungefähr so viel wie eine Kontrollgruppe, wenn man ihnen uneingeschränkten Zugriff auf eine fettreiche Diät ermöglichte. Die Eliminierung von AdPLA hatte allerdings große Auswirkungen auf ihr Gewicht. Nach 16 Monaten wogen die gentechnisch veränderten Tiere im Schnitt 39,1 Gramm, während ihre unbehandelten Genossen 73,7 Gramm auf die Waage brachten.

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(bsc)

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