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Forscher schicken Riesen-Spektrometer zur ISS

Ein internationales Forscherteam hat das bislang größte weltraumtaugliche Teilchenphysik-Spektrometer der Welt entwickelt, um ungeklärten Mysterien des Universums auf die Spur zu kommen. Das "Alpha Magnetic Spectrometer", kurz AMS-02, soll die Ursprünge des Lebens untersuchen, indem es nach dunkler Materie und Antimaterie im All forscht. Dabei werden kosmische Strahlen mit einer noch nie erreichten Genauigkeit gemessen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

"Es gibt nichts Vergleichbares", sagt Trent Martin, Projektverantwortlicher für den Detektor bei der NASA. AMS-02 wird von insgesamt 56 Institutionen in 16 Ländern entwickelt - darunter auch Deutschland. Gesamtleiter des Forschungsvorhabens ist der MIT-Physikprofessor und Nobelpreisträger Samuel Ting. Das Spektrometer soll mit der letzten Space-Shuttle-Mission an Bord der internationalen Raumstation ISS gebracht werden, die für nächsten Februar geplant ist. Es wird außerhalb der Weltraumbasis angebracht. Im Betrieb fallen rund 7 GByte pro Sekunde an Daten an. Diese Informationsmenge wird dann an eine Bodenstation gefunkt und auf der Erde von Großrechnern ausgewertet.

Der Kern des Spektrometers besteht aus einem Donut-förmigen Magneten, der einen Durchmesser von einem Meter hat. In seinem Zentrum befinden sich acht einzelne Detektoreneinheiten. Der Magnet zieht Teilchen in den Apparat hinein und lenkt sie in eine Richtung, die mit ihrer Ladung übereinstimmt. Die nagelneuen Instrumente im Zentrum von AMS-02 können dann verschiedene Eigenschaften der Teilchen messen – beispielsweise Richtung, Masse, Beschleunigung, Geschwindigkeit und Energie. Der einzige Detektor mit mehr Leistung als AMS-02 befindet sich im Teilchenbeschleuniger LHC am CERN in Genf. Er wird derzeit für das größte physikalische Experiment aller Zeiten eingesetzt.

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