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Forscher untersuchen Benachteiligungen durch Körperscanner-Technik

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Das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften hat im Rahmen des Forschungsprogrammes für zivile Sicherheit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Mittel in Höhe von 1,18 Millionen Euro erhalten, um die Benachteiligung von Menschen durch moderne Sicherheitstechnik zu untersuchen. Das Projekt trägt das Akronym KRETA, ausgeschrieben "Körperscanner: Reflexion der Ethik auf Technik und Anwendungskontexte". Nicht der Norm gerechte Menschen, die mit einem Urinbeutel verreisen, die mit Brustprothesen, Windeln oder mit Intimpiercings von der Maschine als gefährlich gemeldet werden, verändern auch die Vorstellungen von dem, was als "normal" gilt. Die Tübinger Forscher wollen untersuchen, welche "Auswirkungen auf die Normalitätsvorstellungen einer Gesellschaft sowie auf die Alltagsnormalität von Behinderten" es haben wird, wenn Menschen mit Behinderungen von Sicherheitstechnik als gefährlich detektiert werden.

Aus den grenzwertigen Nacktscannern sind sozialverträgliche Körperscanner geworden. Wo früher der Körper eines Untersuchten recht drastisch dem Sicherheitspersonal vorgeführt wurde, sind bei modernen Geräten mit entsprechender Software nur schemenhafte Normaldarstellungen zu sehen. Ganz und gar unverdächtige Personen sind nicht einmal sichtbar: Die Software färbt den Bildschirm grün, wie zum Beispiel in Hamburg, wo vor wenigen Tagen der Körperscanner-Test um vier Monate bis Ende Juli 2011 verlängert wurde, weil diese neue Software geprüft werden soll. Die Software schlägt aber an, wenn etwa Flüssigkeiten verdeckt am Körper getragen werden, wie dies bei Urinbeuteln der Fall ist. (Detlef Borchers) / (anw)

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