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Forscher vermuten dunkle Materie in Halos von Galaxien

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Das kosmologische Lambda-CDM-Modell (Lambda: Kosmologische Konstante, CDM: Cold Dark Matter) beruht auf der Annahme der Existenz so genannter dunkler Energie und dunkler Materie – Masse, die weder optische noch andere elektromagnetische Strahlung aussendet, sondern nur gravitativ wechselwirkt. Gegenwärtig geht man davon aus, dass dunkle Energie und dunkle Materie zusammen rund 96 Prozent unseres Universums ausmachen. Darüber, wo die dunkle Materie herkommt, wie und wo man sie aufspüren könnte, streiten die Gelehrten.

Laut einem Bericht der EETimes wollen Forscher der McMaster University in Hamilton, Ontario nun mit Hilfe der Rechenleistung des Shared Hierarchical Academic Research Computing Network die fehlende dunkle Materie dingfest gemacht haben. Dazu verwendeten die Wissenschafter das nach eigenen Aussagen bislang aufwendigste Modell zur Galaxienentstehung.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass das Lambda-CDM-Modell grundsätzlich korrekt sei. "Es bedurfte nur einer detaillierteren Simulation", meint Sergey Mashchenko, Forscher am Department of Physics & Astronomy an der McMaster-Universität. Das CDM-Modell sage deutlich mehr dunkle Materie in den Zentren entfernter Galaxien voraus als nachweisbar sei. Auf großen Skalen funktioniert das CDM-Modell laut Mashchenko gut, ihm fehlten jedoch die Details, um die Entstehung einzelner Galaxien zu beschreiben. Eben solche Details wollen die McMaster-Forscher in ihrem erweiterten Modell zur Entstehung von Zwerg-Galaxien berücksichtigt haben und kommen so zu dem Schluss, dass Supernovae interstellare Gaswolken samt dunkler Materie in die Außenbereiche von Galaxien beförderten. Entsprechend müsste die dunkle Materie nicht im Zentrum der Galaxien, sondern in deren Außenbereichen in unsichtbaren Halos zu finden sein. (vza)

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