Forscher wollen nach Tierversuch CRISPR-Schmerztherapie für Menschen entwickeln

Mit gezielten Veränderungen eines Gens ist es gelungen, Mäuse schmerzfrei zu machen. Dies weckt Hoffnungen auf eine neuartige Therapie auch für Menschen.

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(Bild: Joshua Newton/Unsplash)

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Einem Team von Wissenschaftler an der University of California in San Diego ist es mit Hilfe des Gen-Editierverfahrens CRISPR gelungen, das Schmerzempfinden von Mäusen deutlich zu verringern. Die Leiterin der Studie, Ana Moreno, ist inzwischen CEO eines Start-ups, das auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem erfolgreichen Tierversuch ein Schmerzmittel für Menschen entwickeln will. Bis dahin sind allerdings noch viele Fragen zu klären, berichtet Technology Review online in "CRISPR gegen Schmerzen".

Mit CRISPR ist es möglich, gezielte Eingriffe in ein Genom vorzunehmen, um Gene an- oder abzuschalten oder fehlerhafte zu ersetzen. Erste Tests mit anderen CRISPR-Gentherapien für Menschen haben vor kurzem begonnen. Ein Unternehmen namens CRISPR Therapeutics behandelt seit diesem Jahr Patienten mit Sichelzellenanämie, ein weiteres namens Editas Medicine will mit CRISPR eine ererbte Krankheit heilen, die zur Erblindung führt. Mit einer Behandlung gegen Schmerzen würde der Einsatz von CRISPR aber auf weitaus häufigere Krankheiten ausgeweitet.

Seit Forscher ein Gen namens SCN9A unter die Lupe genommen haben, hat eine Jagd nach einer neuen Generation von Schmerzmitteln begonnen. Es ist für die Produktion eines Moleküls in Nerven verantwortlich, das eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Schmerz ans Gehirn spielt. Bemühungen, den Schmerzfrei-Effekt mit konventionellen Medikamenten herbeizuführen, war bislang aber kein klarer Erfolg beschieden.

Die neue Studie mit CRISPR bezeichnet John Wood vom University College London deshalb als "bedeutenden Fortschritt". Noch offen ist allerdings, wie lange die Wirkung anhält und wie sie bei bereits länger bestehenden Schmerzen aussieht. Außerdem sind Gentherapien technisch aufwendig und sehr teuer – eine vor kurzem zugelassene Behandlung kostet 2,1 Millionen Dollar.

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(sma)