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Forschungsministerium fördert Standard für IT-Sicherheit

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Trotz des flächendeckenden Einsatzes von Computersystemen in sicherheitsrelevanten Bereichen fehlt bislang eine standardisierte Methode, die das fehlerfreie Funktionieren solcher Systeme garantiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will nun Arbeiten fördern, bei denen mit Methoden der Verifikation der so genannte geschlossene integrierte Korrektheitsbeweis erbracht werden kann. Damit sollen sich Fehler bereits im Entwurf von autonomen oder integrierten Computersystemen erkennen und korrigieren lassen -- eine sorgfältige Spezifikation vorausgesetzt. Alle möglichen Fehlersituationen könnten aber nur dann abgefangen werden, wenn bereits in der Planung die entsprechenden Einsatzszenarien definiert wurden, betonte Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Paul gegenüber heise Security.

Für die erste zweijährige Forschungsphase werde das BMBF 7,2 Millionen Euro zur Verfügung stellen, teilte das Ministerium am heutigen Mittwoch in Berlin mit. An dem Projekt beteiligen sich neben der Universität Saarland unter anderen auch die TUs Darmstadt, Karlsruhe, München sowie Infineon, T-Systems und BMW.

Die Entwicklung eines integrierten Korrektheitsbeweises gilt zurzeit als eine der größten Herausforderungen der Informatik. Er soll die Funktionen bei der Entwicklung von Hard- und Systemsoftware bis zur Netzwerk- und Anwendungsebene laufend überprüfen. Zunächst sollen die mathematischen Grundlagen entwickelt, vollständig formalisiert und für Informatikanwendungen in den Bereichen Embedded Systems, Kommunikation und Anwendungssoftware erschlossen werden. Darauf aufbauend sollen die Projektpartner Demonstratoren entwickeln und mit ihnen Computersysteme für Chipkarten, Telekommunikation und Automobilelektronik von der Hardware bis zur Anwendungssoftware überprüfen. Im Rahmen des Projektes werden auch Softwaretools entwickelt, die den Verifikationsprozess unterstützen. (dab)

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